Archiv für den Autor: admin

Link

Die markante Kaltfront, welche gestern mit zahlreichen Schauern und kräftigem Wind durchgezogen ist, hat deutlich kältere Luft polaren Ursprungs herangeführt. Gestern wurden vielerorts kaum 10 Grad im Mittel gemessen. Damit war es um 3 – 4 Grad kälter, als man um diese Jahreszeit erwarten könnte.

Langsam nimmt nun der Hochdruckeinfluss aus Westen zu, dichte Wolken und letzte Schauer beginnen sich aufzulösen. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, dass sich die Temperaturen während der Nacht dem Gefrierpunkt nähern. Allerdings pfeift noch lebhafter Nordwestwind, der zunächst ein noch weiteres Absinken der Temperatur in den frostigen Bereich verhindert.

Bis zum Morgen des Karfreitag schwächt sich der Wind schließlich weiter ab. In klaren Nächten bei schwachem Wind ist es wenige Zentimeter über dem Erdboden deutlich kälter als in 2 Meter Höhe; selbst wenn positive Werte der Lufttemperatur gemessen werden, so kann dennoch Bodenfrost auftreten, vor allem in Mulden und Senken oder entlang von Bachläufen. Die Wärme des Erdbodens kann ungehindert abstrahlen und wird von keiner schützenden Wolkenschicht zurück reflektiert.

Wahrscheinlichkeit Bodenfrost 18042014 06z Quelle: DWD / wetter24.de

Quelle: DWD / wetter24.de

Dementsprechend wird für das Weinviertel eine Bodenfrostwahrscheinlichkeit von über 50 % für  Karfreitag früh berechnet. (siehe Abbildung). Wenngleich diesmal kein verbreitetes, massives Spätfrostereignis wie am 18. Mai 2012 abzusehen ist (damals wurden gebietsweise bis zu -3 Grad verzeichnet), so sollten doch Gärtner, Landwirte und Obstbauern soweit als möglich Vorkehrungen treffen. Blüten und Fruchtanlagen von Apfel- oder Marillenbäumen beispielsweise werden bereits bei -2 Grad geschädigt und Ernteeinbußen wären zu befürchten. Für die zarten sommerblühenden Pflänzchen würde dies ebenso den sicheren Tod bedeuten.

Link: erste Bodenfröste

Saharastaub und die Tücken in der Wettervorhersage

Die Sandkörner aus der Sahara in unseren Breiten waren eines der medialen Themen in den letzten Tagen. Der Sand aus der größten Wüste der Welt lagert sich minimal auf Erdboden und anderen Oberflächen ab. Neben dem staubigen Eindruck, den wir auf unseren Autos und im Freien erfahren haben liefert der Sand aus der Sahara, der sich im Winter zuweilen in rotem Schnee manifestiert,  so einige Tücken für die Wettermodelle und erschwert die prognostische Arbeit des Meteorologen. Warum jegliche Temperaturprognose in solch einer Situation ad absurdum geführt wird und auf welchem Weg der Sand überhaupt zu uns gekommen ist analysiert Meteorologe Manfred Spatzierer in seinem Blog.

Nebeneffekt: natürlicher Mineraldünger

Sand besteht überwiegend aus Siliziumdioxid,  besser bekannt als Quarz, sowie anderen Mineralien. Fallen die Staubkörner zu Boden – sei es, weil sie einfach durch schwächer werdende Windströmungen nicht mir in der Luft gehalten werden oder wird die Staubladung durch einen kurzen Regenschauer aus der Luft ausgewaschen – erfolgt ein Bodeneintrag der mineralischen Nährstoffe. Diese stehen in der Folge der Vegetation zur Verfügung.