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Eisheilige – verlässlich wie eh und je

Kaum jemandem sind sie nicht bekannt, wenn sie auf dem Kalenderblatt vom 12. – 15. Mai auftauchen – Pankratius, Servatius, Bonifatius und schließlich noch Sophie – die Eisheiligen.

Analysiert man die durchschnittliche Tagesmitteltemperatur im Mai, so kommt man auf ein verblüffendes Ergebnis: Die „gestrengen Herrn“ wie sie auch genannt werden, zeigen sich verlässlich wie eh und je in der Witterung. Erkennbar ist dies an der Unterbrechung zwischen 17. und 23. Mai der sonst ansteigenden mittleren Tagestemperatur.  Die zeitliche Verschiebung ist vermutlich in der Gregorianischen Kalenderreform begründet, bei der 10 Tage ausgelassen wurden. Die Eisheiligen am Kalender haben sich folglich um etwa diesen Zeitraum vom tatsächlichen meteorologischen Eintreffen entfernt.

vermehrte Kaltlufteinbrüche um den 20. Mai

Es handelt es sich dabei um einen sogenannten Witterungsregelfall (Singularität). Zu dieser Jahreszeit nehmen die Temperaturgegensätze zwischen dem Kontinent und dem Meer bereits deutlich zu. Beim Zusammentreffen von Kalt- und Warmluft entstehen Tiefdruckgebiete, welche Luft polaren Ursprungs in den Alpenraum lenken können.

Luft- oder auch Bodenfrost zu dieser Zeit im Weinviertel ist höchst selten in den Klimaaufzeichnungen zu finden (zuletzt 2012) und bleibt die Ausnahme.

 

 

 

feuchter April verspricht …

„… der Früchte viel“ – besagt eine alte Bauernregel. Mit der oftmalig beständigen Unbeständigkeit des Wetters hat der heurige April für die notwendige Feuchtigkeit gesorgt, die für ein gutes Wachstum der Vegetation von Nöten ist. Die rege Schauer- und Gewittertätigkeit vor allem in der zweiten Monatshälfte, vermag zwar das Niederschlagsdefizit der ungewöhnlichen und langen Trockenperiode, welche seit Herbst des Vorjahres zu verzeichnen war, wohl nicht ausgleichen, doch für ein Plus am lebensnotwendigen Naß von oben reichte es immerhin. Dabei wurde das Sulzer Gebiet mit 102 % der sonst üblichen Regenmenge bedacht, andere Orte im nordöstlichen Weinviertel mit bis zu einem Drittel mehr.

Seit Oktober des Vorjahres war durchgehend ein mehr oder weniger großes Minus an Niederschlägen in den Klimabüchern zu vermerken – mehr dazu in zweitwärmster Winter seit Aufzeichnungsbeginn und anhaltende Frühjahrstrockenheit. In Nexing fiel in Summe bis inklusive März um rund 83 mm weniger Regen als im langjährigen Klimamittel. Um dies auszugleichen bedarf es noch vieler kräftiger Regengüsse mehr.