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Frühling 2020 bisher extrem trocken

Geprägt von hohem Luftdruck war der Frühling bisher überaus sonnig. Die Kehrseite der Medaille – Regen ist Mangelware. Auch die wenigen Niederschlagsereignisse, meist in Schauerform, waren der buchstäbliche Tropfen auf den heißen Stein.

Freilich gab es immer wieder sehr niederschlagsarme Monate – etwa April 2007, 2009 (1 Liter/m²) oder 2015 (8 Liter/m²). Auch im März 2005 registrierten wir an unserer Station magere 5 Liter/m². Die gesamte Frühjahrssaison fiel dennoch meist mit zumindest durchschnittlichen Regenmengen aus.

In einem durchschnittlichen Frühjahr können wir in unserer Region mit 134 Liter/m² (Klimamittel 1992 – 2010) rechnen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir in diesem Jahr weit davon entfernt. Lediglich 33 Liter/m² konnten wir bis Ende April aus dem Messkübel an unserem Standort in Nexing entleeren.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Frühjahr 2020 bisher als das trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen 1986 an der Station Nexing in die Klimabücher eingehen wird.

Niederschlag 2019/2020 | Abweichung vom langjährigen Klimamittel (1992 – 2010) Station Nexing

Früher Vegetationsbeginn verschärft Trockenheit

Die überdurchschnittlichen Temperaturen ließen die Pflanzen früher austreiben. Die Marille etwa blühte in Sulz um 14 Tage früher als im langjährigen Mittel. Der Beginn des Austrieb des Apfels konnte um mehr als 3 Wochen früher als sonst beobachtet werden.

Das frühe Erwachen der Vegetation in Kombination mit den trockenen Böden verschärft die Situation durch den entsprechend höheren Wasserverbrauch der Pflanzen zusätzlich. Sichtbare Auswirkungen waren relativ kleine Blütenrispen beim Flieder bei gleichzeitig wenigen und unterdurchschnittlich ausgebildeten Blättern, das Wintergetreide ist im Wuchs deutlich zurückgeblieben.

wechselhafter, doch markant trockener April 2015

Wie nahezu immer im Frühling lagen die Extremwerte weit auseinander und reichten von -2,1 Grad bis 25,1 Grad. Möglich machen dies Luftmassen, welche im Wechsel aus dem arktischen Raum und den Subtropen unser Wettergeschehen beeinflussen – typisch für das Frühjahr.

Nach einem frischen Osterfest zu Monatsbeginn und einem deutlich unterkühlten ersten Monatsdrittel erholte sich das Wetter rasch. Bereits am 16. konnte ein Sommertag (Tagesmaximum > 25 Grad Celcius) verzeichnet werden. Die mittlere Monatstemperatur lag mit einer Abweichung von -0,2 Grad nahe am Klimamittel 1992-2010. In der jüngeren Vergangenheit lagen sämtliche April-Monate über dem langjährigen Mittel; einen kühleren (und dem Klimamittel entsprechenden) April verzeichneten wir zuletzt 2008.

markante Trockenheit

Obwohl durchziehende Fronten den einen oder anderen Regenschauer ausließen, war dies nicht mehr als der berühmte „Tropfen auf den heißen Stein“; es reichte gerade einmal zu einem Fünftel der sonst in diesem Monat üblichen Niederschlagsmengen. Mit nur 8 Millimeter Niederschlag geht der April 2015 somit als bisher zweittrockenster in die Nexinger Klimareihe ein.

Frühlingspflanzen blühten leicht verspätet

Die in den letzten Jahren überdurchschnittlichen April-Temperaturen ließen den Blühbeginn vieler Pflanzen immer früher starten. Das Temperaturniveau am Klimamittel im heurigen April zeigt auch im Entwicklungsstand der Vegetation Auswirkungen: Marille und Apfel blühten um rund eine Woche verzögert, Löwenzahn sogar 10 Tage später – verglichen mit dem 10jährigen Mittel.