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10. Jänner: 16 Grad und mehr – wie kommts?

Ungewöhnlich hohe Temperaturwerte für einen 10. Jänner wurden heute an sämtlichen Wetterstationen gemessen. Im östlichen Weinviertel stieg das Quecksilber bis knapp zur 17-Grad-Marke an. Wie kommts?

Temperaturen über 15 Grad am 10.1.2015 im Weinviertel (Vertikalschnitt des US-Modells GFS))

Über Mitteleuropa verläuft derzeit der Jetstream. Mit ihm werden, ob der starken Winde in allen Höhen in rascher Abfolge Frontensysteme über unser Gebiet gesteuert. Heute befand sich der Ostalpenraum im weit offenen Warmsektor zwischen Warm- und Kaltfront. In diesem Bereich wird sehr milde und trockene Luft herangeführt (im Vertikalschnitt schön zu sehen – der Warmsektor beginnt weit östlich etwa bei eine Länge von 25° Ost [im rechten Bereich der Grafik]). Die Temperatur liegt bei +6 Grad in 850 hpa (1500 m) über dem Weinviertel. Gleichzeitig weht orkanartiger Wind mit im Mittel 70 Sachen (Knoten wohlgemerkt! – etwa 130 km/h) bis in große Höhen. Erst diese Dynamik mischt die Warmluft bis zum Boden herunter und ermöglicht solch hohe Temperaturmaxima zu dieser Jahreszeit.

Das Spektakel ist vorbei, sobald die nachfolgende Kaltfront durchrauscht. Und die lässt nicht lange auf sich warten…

3 – 5 Grad über dem langjährigen Temperaturmittel

Derzeit erleben wir einen teils fast spätsommerlich anmutenden Oktober. Mit strahlendem Sonnenschein schaffte es die Temperatur in den letzten Tagen immer wieder bis an die 22 Grad. Doch auch unter einer allfälligen Hochnebeldecke werden immer noch ungewöhnlich milde Temperaturen gemessen. Dies führt zu einer positiven Temperaturabweichung von aktuell 3 – 5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel und erreicht damit annähernd jene Werte wie 2001.

Ähnlichkeiten mit Oktober 2001

Zudem verlief der Oktober 2001 mit teils weniger als 30 % des Erwartungswertes beim Niederschlag besonders trocken. So auch in diesem Jahr – aktuell liegt der Prozentsatz bei mageren 20. Dieser Umstand kommt nach dem extremen Niederschlagsüberschuß im September (+250 %) jedoch heuer vielen Landwirten nur gelegen, steht doch die Saat des Wintergetreides an. An Bodenfeuchtigkeit mangelt es dabei nicht.