Wenn an Lichtmess Frühling ist …

Vielen ist die Wetterregel zum 2. Februar bekannt – „Wenn’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit; ist es aber klar und hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell“.

Wie die meisten alten Wetterregeln muss auch diese entsprechend angemessen ausgelegt werden. Zum einen wissen wir nicht, aus welcher Region und Höhenlage sie ursprünglich stammt bzw. muss die Gregorianische Kalenderreform berücksichtigt werden um zum heute entsprechenden Tag mit gleichem Sonnenstand zu gelangen. Dies entspricht unserem heutigen 12. Februar.

Wetter lässt sich nicht an einem einzigen Tag festmachen, dazu ist es zu chaotisch. Schon aus diesem Grund ist es zweckmäßig, die Beobachtung der Witterung um das genannte Datum und den Trend der folgenden Tage zu lenken

Windig war es zwar am vergangenen Wochenende, von Schnee aber weit und breit keine Spur. Zudem stellt man sich „klar und hell“ angesichts der Wolkendecke anders vor. Was nun?

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Aktuell erstreckt sich ein recht straffes Westwindband von Neufundland über den gesamten Atlantik bis weit nach Mitteleuropa als Resultat reger Tiefdrucktätigkeit im Norden und stabilem Hochdruck im Süden – eine typische Druckanordnung in milden Wintern.

Diese Zirkulation könnte unter anderen von Einflüssen aus der Stratosphäre unterbrochen werden und uns einen knackigen, winterlichen Abschnitt bescheren. Wir erinnern uns dabei an Ostern 2013 mit 5 cm Neuschnee am Ostersonntag (1. April). Auch der Februar 1956 ist ein beeindruckendes Beispiel.

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Sämtliche Modelle erwarten für die Zeit um den 8. Februar einen markanten Temperaturanstieg von mehr als 60 Grad in etwa 30 km Höhe in Positionsnähe des Nordpols. Meteorologen sprechen dann von einem starken „minor warming“ oder „major warming“. Dies führt in vielen Fällen zu einer Störung und Teilung (weisse, unterbrochene Linie) des ansonsten stabilen Polarwirbels, was durchaus über mehrere Wochen andauern kann. Am Boden bestimmen nun zwei steuernde Tiefdruckkomplexe das Wettergeschehen.

Die prognostizierte Achslage ist für nachhaltiges, kaltes Winterwetter bei uns jedoch alles andere als günstig. Die kalte Luft strömt nunmehr über Teile Kanadas und Neufundland auf den Atlantik, wo die Tiefdrucktätigkeit kräftig in Gang gehalten wird. Wir bleiben weiterhin, trotz Polarwirbelsplitts, im Westwindband liegen. In rascher Folge wechseln sich dabei milde, subtropische Luftmassen und gemäßigte, polare Luft ab.

Kurze Kaltlufteinbrüche gehören im Frühjahr dazu; Schnee wird sich in diesem Februar wohl nicht lange halten können, dafür sprechen zu viele Faktoren und der zunehmende Sonnenstand. Es sei denn, die Achslage des Polarwirbelsplitts bekommt eine stärkere Nord-Südausrichtung …

Doch das ist eine andere Geschichte – vielleicht im nächsten Winter.

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