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Winter 2014/15: mild mit winterlichen Intermezzi

Nach den zahlreichen Spekulationen im Spätherbst zum Winterverlauf in diversen Medien sollten schließlich jene Prognostiker Recht behalten, welche auf einen milden Winter gesetzt hatten.

Die mittlere Temperatur des meteorologischen Winters 2014/15 (1.12. – 28.2.) liegt bei 2,2 °C und damit um +2,1 °C über dem langjährigen Klimamittel der Referenzperiode 1992-2010. Somit ist dieser Winter der drittwärmste nach 2006/07 und 2012/13  in der Nexinger Klimareihe.

Der Dezember stellt sich mit einem überdurchschnittlichen Temperaturniveau ein, welches am 19. sein Maximum erreicht. Am 26. kommt es schließlich zu einer grundlegenden Wetterumstellung: mit einer nördlichen Strömung gelangen in der Folge Kaltluftmassen aus dem Raum Skandinavien in den Ostalpenraum und leiten zu einer kurzen winterlichen Wetterphase mit einigen Eistagen über. Relativ spät – nämlich erst am 29. – konnte die erste geschlossene Schneedecke dieses Winters beobachtet werden.

Der Dauerfrost ist jedoch bald gebrochen: während der Silvestertag noch als Eistag registriert wurde, drehten die Temperaturen bereits zu Neujahr wieder ins Plus. Eine Warmfront am 10. Jänner bewirkt abermals einen markanten Temperaturanstieg, im nachfolgenden Warmsektor steigt das Temperaturmaximum in Nexing auf 16,2 °C. Erst am 24. beendet ein Adriatief die milde Wettersituation mit Schneefällen.  Der winterliche Wettercharakter bleibt schließlich die erste Dekade im Februar über erhalten, ehe der Zustrom feucht-milder Meeresluft einsetzt und bis Monatsende mit zeitweiligen Niederschlägen anhält.

Die Niederschlagssumme dieses Winter beträgt 112,2 mm (+13 %), wobei der Jänner der relativ nasseste Monat war. Die relativ hohen Temperaturen sorgten für unterdurchschnittliche Schneeverhältnisse.

Winter in Zahlen

Temperaturmittel +2,2 °C  (+2,1 °C)
höchste Lufttemp. +16,2 °C
tiefste Lufttemp. -11,3 °C
Eistage 7 (-20)

Niederschlag 112,2 mm (+13 %)
Neuschneesumme 25 cm
Tage mit Schneedecke (>1 cm) 18 (-24)

 

Winter-Zwischenbilanz

Nachdem mit Monatsfrist bereits 2/3 des Winters ins Land gezogen sind – Zeit für eine kurze Zwischenbilanz.

Noch vor Beginn des meteorologischen Winters am 1.12. hielten sich Kaltwinterprognosen und Mildwinterprognosen weitgehend die Waage (mehr unter: Winterspekulationen 2014/2015). Mittlerweile sind wir um ein paar Wochen klüger.

23 Frosttage, 7 Eistage und kein einziger Tag mit strengem Frost (unter -15 Grad) sind nicht gerade Kennzahlen eines Winters, wie man ihn sich vorstellt und sie liegen damit weit entfernt von jenen für das Weinviertel typischen Werten der Klimanormalperiode 1981-2010. Darüber können die wenigen Schneefall- oder zumindest nass-kalten Tage nicht hinweg täuschen.

Die Chancen, dass dieser Winter zumindest noch ein durchschnittlicher werden könnte, sind denkbar gering. Nicht zuletzt auch wegen der mit Beginn des Februar bereits wieder zunehmend positiven Strahlungsbilanz in unserer geografischen Breite. Allerdings – in den letzten 25 Jahren folgte in genau 2 Jahren nach frühlingshaftem Dezember und Jänner ein knackig kalter Februar im Weinviertel – 2005 und 2012.

Vielleicht gelingt es ja doch noch, einen Zipfel General Winter’s Pelzmantel zu erhaschen. In manchen Jahren ist der Winter schließlich auch erst im März gekommen.