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Vom Regen in die Traufe

Die Grosswetterlagen der vergangenen Wochen waren prädestiniert dafür, um Feld und Flur mit mehr Nass als üblich zu versorgen. Mancherorts mehr als uns lieb war.

Immer wieder strömte kurzzeitig teils subtropische Warmluft in den Alpenraum um wenige Tage später wieder im Zuge einer Kaltfrontpassage mit Blitz und Donner verdrängt zu werden. Im letzten Monatsdrittel des heurigen Juli herrschten über dem Alpenraum nur geringe Luftdruckgegensätze, während hier gleichzeitig feucht-warme, energiereiche Luftmassen lagerten. Durch die kräftige Sonneneinstrahlung brodelte es in der Luft. Was sich dann zusammenbraute waren heftige Luftmassengewitter, welche sich aufgrund der fehlenden Grundströmung nur sehr langsam verlagerten und lokal große Niederschlagsmengen, teils auch Hagel, abluden.

Auch das Weinviertel blieb nicht verschont

Typischerweise werden dabei Niederschlagsraten von 15 bis 25 Millimeter oder auch mehr in 10 Minuten gemessen. Diese Menge fällt aber nur in jenen 10 Minuten und nicht über einen längeren Zeitraum. Für eine Stundenwert werden alle Zehnminutenwerte addiert. Als Richtwert für Starkregen gelten 20 bis 30 mm/h oder darüber.
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In Nexing konnte am 24.7. ein solches Starkregenereignis beobachtet werden – dabei fielen im Zuge eines Gewitters in einer Stunde rund 41 mm, mit Regenraten bis zu 15 mm / 10 Minuten. Am 27.7. sorgte ein weiteres Gewitter für 17 mm in nur 40 Minuten, während der Niederschlagskübel in Mistelbach 41 mm/h einfängt. (Quelle ZAMG)

Solch enorme lokalen Regenmengen drehen natürlich die monatliche Niederschlagsbilanz gehörig ins Plus und machen den Juli 2016 zum nassesten nach jenem im Jahr 1997.

Damals hatten wir es allerdings mit einer völlig anderen Wetterlage zu tun: ausgelöst durch ein „schleifendes“ Frontensystem (die Front zieht strömungsparallel die Alpen entlang) kommt es tagelang zu flächendeckendem Dauerregen.

 

Sommertrend 2016: typisch mitteleuropäisch

Das Schicksal unseres Hochsommerwetters wird maßgeblich von der Lage des Jetstreams (= Starkwindband in rund 9 km Höhe) bestimmt. Dieser steuert entlang der Frontalzone – sie trennt polare Luftmassen von warmer, subtropischer Luft – auch die mitziehenden Randtiefs.

Ende Juni/Anfang Juli (Siebenschläfer-Regel) hat nun der Jetstream für gewöhnlich seine sommerliche Position eingenommen, welche sich oft bis weit in den August hinein nur unwesentlich ändert. In 2 von 3 Jahren (mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 70 %) charakterisiert der Wetterverlauf in diesem Zeitraum jenen des Hochsommers.

jetstream

Aktuell verläuft das Starkwindband entlang des 50. Breitengrades in West-Ost-Richtung vom nördlichen Atlantik bis zu den Britischen Inseln und etwas abgeschwächt weiter nach Nordosteuropa.

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Tiefdruckgebiete entlang der Frontalzone einerseits und ein relativ starkes Azorenhoch andererseits, führen zu einer Wellenbewegung des Jetstreams. So kann für ein paar Tage auf der einen Seite der Welle hochsommerliche Hitze auftreten, ehe auf der anderen Seite der Welle wieder kühlere und feuchtere atlantische Luftmassen für gemäßigtes Sommerwetter sorgen.

Geopotential 13072016

Ein Blick auf die Ensemblekarte für den Höhendruck, ausnahmsweise über den Mittelfristzeitraum hinaus,  lässt weiterhin die starke Westwinddrift über dem Atlantik erkennen. Die farbigen Flächen von grün zu orange in der Karte stellen die Prognoseunsicherheit dar (je dunkler das Orange, desto unsicherer die Prognose).

Alle Zeichen deuten demnach auf einen raschen Wechsel von kurzen Hitzephasen gefolgt von Gewittern und feuchteren Wetterepisoden hin – unterm Strich ein typisch mitteleuropäischer Sommer auch bei uns im Weinviertel.