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Über Kurt Hansen

Kurt Hansen setzt sich in seinem Blogspot Kurt Hansen Meteo auf analytische Weise mit Saisonprognosen sehr ausführlich auseinander.

Herbst 2016

Umbau der Großwetterlage - Mild/trockener, dann stürmischer Herbst in Sicht?

Es tut sich etwas auf der Nördlichen Hemisphäre. Das Jahr war bisher geprägt durch Großwetterlagen, die entweder Zonalen oder Gemischten Charakter hatten. Die Zonalen Wetterlagen sorgten durchweg für hohe Niederschläge, während die Gemischten Wetterlagen oft mäßige Wärme und viel Bewölkung im Gepäck hatten. Meridionale Wetterlagen gab es auch, diese sorgten, v.a. im Frühjahr und Sommer, für kurze aber markante Kaltlufteinbrüche.  Gut erkennbar wird dies, wenn man sich die bisherigen Druckabweichungen des Gesamtjahres anschaut. Kräftiger Hochdruck über Nordostruslland korrespondiert mit Hochdruck über Grönland, Tiefdruck direkt über Mittel & Westeuropa, das hat die bisherigen Großwetterlagen entsprechend begünstigt.

Auch beim Blick auf die NH offenbart sich oben gesagtes, Hochdruck im Polaren Raum

Im zurückliegenden Sommer intensivierte sich der Hochdruck über Grönland und die Westlich geprägte Strömung blieb weitestgehend erhalten, auch im Sommer wurde eine Dominanz von Großwetterlagen der Zonalen und Gemischten Zirkulationsform verzeichnet

Mitte August begann sich aber einiges auf der NH zu tun. Es begann sich im Polaren Gebiet verstärkt Tiefdruck zu bilden, desweiteren recht starke Tiefdruckanomalie im Atlantischen Raum zwischen den Azoren und Island, somit wurde und wird den Einbrüchen von maritimer Kaltluft aus Nordwest langsam aber sicher der Weg nach ME abgeschnitten, was sich dann in entsprechenden Wetterlagen äußerte die warm-heißes und recht stabiles Wetter iniziieren, hervorgerufen durch Hochdruck direkt über weiten Teilen von Europa.

Als Wegbereiter diente zunächst die Großwetterlage HM ( Hoch Mitteleurop, recht selten geworden in ME ) aus der sich dann eine SWA entwickelte und die von einer WA abgelöst wurde. Die Vermutung liegt nahe daß es dann ganz "klassisch" weutergehen wird, nämlich daß sich immer wieder Brückenbildungen des Azorenhochs korrespondierend mit Hochdruck über Russland zeigen.
Aufgrund der aktuellen Anomalien der Wassertemps dürfte sich diese Entwicklung zunächst erstmal bis weit in den September hinein stabilisieren. Die im bisherigen Jahr direkt über Zentralgrönland zu beobachtende Hochdruckanomalie hat sich leicht ostwärts orientiert, was im Zusammenspiel für Austrogungen nach Süden sorgen dürfte. Diese Austrogungen stützen dann Warmluftadvekt aus Südwest, als GWL wären hier wie oben erwähnt WA, HM undSWA zu nennen. Orientiert sich der Hochdruck weiter nach Osten, in Ri. Skandinavien, dürfte dies allerdings den Beginn einer völlig neuen, durchaus persistenten Großwetterlage zur Folge haben, zu vermuten wären GWL des Typs Hoch Fennoskandien sowohl in der zyklonalen als auch in der antizyklonalen Ausprägung.

Laut der NOAA darf man mit einer durchschnittlichen bis leicht überdurchschnittlichen Atlantischen Sturmsaison rechnen, die bisherigen Stürme hatten bisher aber noch nicht die Kraft aufgrund eben der Wassertemps entscheidend in das Europäische Wettergeschehen einzugreifen, denn ihnen wurde durch das immer noch leicht unterkühlte Wasser im Zentralatlantik einiges an Energie genommen.

Ich rechne allerdings damit daß mit Beginn des Frühjahrs auf der Südlichen Hemisphäre und dem damit verbundenen einströmen von relativ warmen Wasser bis weit in den Atlantik die Stürme einiges an Kraft gewinnen sollten, was sich dann in Europa entsprechend äußern würde, nämlich der Übergang von mild-warmen und recht trockenem Wetter hin zu deutlich wechselhaften, teils auch stürmischen Wetter mit den entsprechenden Auswirkungen. Hier würden sich dann Großwetterlagen der Gemischten und Meridionalen Zirkulationsform abwechseln. Eine klassische Entwicklungen wäre der Wechsel von West-und Nordwestlagen zu Nord / Nordostlagen mit kurzen Austrogungen, die allerdings recht schnell durchziehen und wiederum von o.g. Wetterlagen abgelöst werden.

Der Herbst dürfte einigermaßen mild ausfallen, Abweichung zur Klimareferenzperiode 1961-1990 im Bereich +1° bis +2°.

Sommer 2016

Beginnen wir den Blick auf den Sommer 2016 zunächst mit einem Rückblick, bzw. den bisherigen Druckabweichungen auf der NH :



























Über der gesamten NH ist starker Hochdruck zu beobachten während sich über weiten Teilen West/Nordwesteuropas Tiefdruck konzentriert. Interessant an dem bisherigen Verlauf seit Januar ist, daß sich das oben abgebildete Druckmuster auch im Frühjahr durchgesetzt hat, hier zum Vergleich der Plot der NH des Frühjahrs



























Wie in meiner Frühjahrsprognose vermutet konnten sich im Frühjahr aufgrund der Druckabweichungen kühle und nasse Nord & Nordwestlagen durchsetzen. Stabile Schönwetterphasen waren eher die Ausnahme. Es dominierten Meridionale Großwetterlagen ( typisch für das Frühjahr ) allerdings mit eher kühl-feuchtem Charakter.

Zunächst steht für die kommende Zeit wohl starker Tiefdruck über Mittel & Westeuropa zur Debatte. Dieser Tiefdruck könnte im Zusammenspiel mit warm/feuchter Luft aus Süd/Südost für schwere Gewitter, starke Unwetter und entsprechende Starkniederschläge sorgen.

Dann aber scheint in Ri. Hochsommer etwas Bewegung in die Sache zu kommen, denn der bisher dominierende Hochdruck über Grönland wird wohl etwas aufgeweicht und orientiert sich über Island südöstlich in Richtung Europa. Daraus resultiert dann eine Zonalisierung der Strömungsrichtung. Die weitere Entwicklung geht dann  in Richtung von Brückenbildungen zwischen Hochdruck nordöstlich der Azoren und einem Hoch über Ost/Nordosteuropa und Zonalem Wettercharakter in Form der Großwetterlage Westlage Zyklonal. Unwetterartige Lagen sollten dann aber nur noch wenig bis vereinzelt auftreten.

Wie schon oft erwähnt sind oben genannte Brückenbildungen anfällig für kurze Störungen in Form von kleineren Kaltfronten, die an der Frontalzone entlang wandern. Entsprechend kurzlebig dürften sich die Brückenbildungen gestalten.

Für den weiteren Verlauf des Hochsommers verdichten sich also die Hinweise für folgendes Szenario, welches hier nochmals beschrieben wird; aufgrund des aufeinandertreffens von warmer Luft aus südlichen Breiten und kalten Meereswasser im Ostatlantik, scheint sich dort ein recht starker negativer Druckgradient aufzubauen. Dies begünstigt Austrogungen weit nach Süden und den Transport von warmen bis sehr warmen Luftmassen nach Mitteleuropa



























Diese Entwicklung könnte zumindestens stützend für Brückenbildungen über Mitteleuropa sein, charakterisiert als Großwetterlage BM ( Brücke Mitteleuropa ) , kurzzeitig könnte auch eine antizyklonale Westlage mit heißen, trockenen Wetter auftreten.Dominierende Zirkulationsform dürfte aber weiterhin die Zonale Strömungsrichtung sein.

Oben genanntes Szenario könnte zwar auch die Bldung eines eigenständigen Hochs über Mitteleuropa verursachen, jedoch scheint sich diese Großwetterlage auf dem Rückzug zu befinden, im vergangenen Sommer wurde sie gerade mal an 6 Tagen vermerkt.

Ich vermute also für den Hochsommer einen Vorteil für Großwetterlagen der Zonalen Zirkulationsform, Wettercharakter eher feucht-warm vor Meridionalen Großwetterlagen, die sowohl warm-heiße/feuchte als auch kühl/feuchte Großwetterlagen verursachen.

Gesamt gesehen scheint sich ein einigermaßen warmer, leicht zu nasser Hochsommer abzuzeichnen. Die Abweichung zur Klima-Referenzperiode 1961 - 1990 dürfte sich im Bereich +1° bis +1,5° bewegen.


Quelle der Plots : http://www.esrl.noaa.gov/psd/data/composites/day/
http://www.tropicaltidbits.com/analysis/