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Über Kurt Hansen

Kurt Hansen setzt sich in seinem Blogspot Kurt Hansen Meteo auf analytische Weise mit Saisonprognosen sehr ausführlich auseinander.

Frühjahr 2022

Wieder liegt ein sehr milder Winter hinter uns, das ist nun schon Nr.11 in Folge. Und weitere dürften folgen, in Zukunft wird ein Winter als "sehr kalt" gelten wenn er bspw. wie der von 2012/2013 ( kalter Frebruar ) verläuft oder 2016/2017 ( kalter Januar ). 

Bis auf die Druckabweichungen ist die Winterprognose sehr gut eingetroffen, so sahen diese aus : 

(C)KURT HANSEN VIA NOAA

Und hier das Ergebnis : 

(C)NOAA

Das ist schon ein ziemlich ernüchterndes Ergebnis, es ist mir nicht gelungen, die klar dominierende Strömungsrichtung des Winters - nämlich West / Nordwest, wie von mir in der Winterprognose als Überschrift angeführt - klar in einem Plot darzustellen. 

Sehr gut getroffen hingegen die von mir vermuteten Großwetterlagen, nämlich NWz / NWa, BM, HM, SWz, SWa,Wz, Wa, TrM, TrW, TM,HB, TB mit Vorteil bei den Gemischten Wetterlagen. An 43 Tagen herrschten gemischte Wetterlagen, NWz, BM und NWa waren hier vorherrschend, an 36 Tagen gab es zonale Wetterlagen, hauptsächlich Wz und Wa, abgeschlagen mit 10 Tagen wurden Meridionale Wetterlagen notiert, zwei waren dabei die von mir vermuteten, nämlich TrM und HB. Nördliche und Nordöstliche Lagen spielten keine Rolle, auch hier lag ich richtig. Bei den Abweichungen hatte ich dagegen ein klein wenig zu tief gegriffen. Prognostiziert hatte ich 1° bis 2,5° zu 1961-1990, es sind fast 3° geworden und 0,5° bis 1,5° zu 1991-2020, hier läuft es auf 1,8° hinaus. 

Eine länger anhaltende Störung des Polarwirbel gab es wie vermutet nicht, im Gegenteil, er präsentierte sich kräftig und ausgewogen, kältere Abschnitte erfolgten, ebenfalls richtig von mir vermutet, aus Trogentwicklungen, Rückseiten von durchziehenden Tiefdruckgebieten und kurzzeitigen Blockadelagen. 

Beim Frühjahr wird es anders laufen als vergangenes Jahr, das steht für mich jetzt schon fest. 2021 wird sich auch in den anderen, noch folgenden Jahreszeiten, nicht wiederholen. Das Wetterjahr 2021 war eine Laune der Natur. Ein Querschläger der Evolution! 

Das zeigt sich schon beim Rückzug des Polarwirbel auf seinen normalerweise angestammten Platz über der zentralen Arktis : 

(C)FU BERLIN

Völlig anders als 2021, damals ein äußerst kleiner Polarwirbel, zwar stark wie aktuell, aber abseits des Zentrums platziert. Die aktuelle Position dürfte recht bald in den Zusammenbruch des Polarwirbel - das Final Warming - münden und die Umstellung auf sommerliche Ostwindzirkulation einleiten. Der anstehende Kaltlufteinbruch dürfte recht moderat ausfallen, die Nord/Nordöstliche Höhenströmung kann auch nur deswegen Mitteleuropa erreichen weil sich in der 550k Isentropen Fläche noch ein schmaler Höhenrücken ausbilden soll wie hier zu sehen, er reicht von der Biskaya / Frankreich bis Skandinavien : 

 
(C)FU BERLIN
 
Blicken wir auf den Jettream : 
 
 
(C)UNIVERSITY WYOMING
 
Der Polarfrontjetstream hat sich bereits weit zurückgezogen, der Subtropenjetstream allerdings noch nicht geschlossen, dies dürfte aber bald geschehen sein. 
 
Kommen wir zu den Wassertemperaturen und der Frage, ob der normalerweise im Frühjahr herrschende Gegensatz zwischen Wasser-und Lufttemperaturen zur verstärkten Bildung von Meridionalen Lagen führt, wie es "eigentlich" für das Frühjahr üblich ist?
 

 (C)NOAA

(C)NOAA
 
Wie schon 2021 zeigen sich keine großen Diskrepanzen zwischen Wasser-und Luftttemparturen über dem Atlantik und dem Europäischen Nordmeer, aber, anders als 2021 zeigen sich über der gesamten Zentralarktis und dem Arktischen Ozean deutlich positive Abweichungen der Lufttemperatur. Sollte es also heuer zu Nord/Nordöstlichen Lagen im Frühjahr kommen so werden diese bei weitem nicht so kalt ausfallen wie 2021. 
 
Bei der Analyse der zyklonalen Strukturen in 500hpa  fällt auf daß es zwar eine Zunahme gibt, diese sich aber heuer auf Mitteleuropa, den mittleren Atlantik und den subpolaren Bereich beschränkt, im subtropischen Bereich findet sich hingegen eine deutliche Abnahme zyklonaler Strukturen.



(C)NOAA

Gesamt gesehen würde ich sagen daß sich hier starke Mäandrierungen ankündigen die sich evtl. zu entsprechenden Omega-artigen Druckgebilden ausbilden könnten. 

Folge wären dann die für solche Druckkonstellationen typischen Wetterlagen wie bspw. BM, HM, SWa, Wa, HNa, NWa, evtl. im Wechsel mit SWz, WZ und NWz, allerdings kann es aber jederzeit im Frühjahr - auch bis in den Mai hinein - nochmals zu recht markanten Kaltlufteinbrüchen durch Großwetterlagen wie bspw. HNFz, Nz, HNz oder HFz kommen. Das langjährige Mittel der Klimaperiode zeigt, wie schon öfter in den vergangenen Jahren erwähnt, in einigen Zeiträum während des Frühjahrs so manch eine Delle nach unten. Nochmal, auch im Mai dürften abgeschwächte Kaltlufteinbrüche möglich sein, haben dann aber nichts mit den sog. "Eisheiligen" zu tun. Diese "Singularität" war nie eine wirklich vorhandene, desweiteren werden Kaltlufteinbrüche im Mai immer schwächer - was aber nicht heißt, daß es dann und wann doch mal kälter wird als gedacht, diese Gefahr sehe ich im kommenden Frühjahr als eher gering an.
 
Mäandrierungen der Zirkulation begünstigen zwar auch die Bildung von Trog&Tiefdrucklagen wie bspw. TrW, TrM, TM, diese dürften aber schnell durchziehen, außerdem kühlere Hochdruckrandlagen wie HB, welche die einzige dieser Lagen ist der ich es zutraue, auch mal etwas länger zu verweilen, so sie denn überhaupt auftritt.

Die Druckabweichungen könnten sich wie folgt darstellen :
 
(C)KURT HANSEN VIA NOAA

Abweichungen : +1,5° bis +3° zu 1961-1990, +1° bis +2° zu 1991-2020. 

Quelle der Bilder : 
 
https://coralreefwatch.noaa.gov/product/5km/index_5km_ssta.php
https://psl.noaa.gov/cgi-bin/data/getpage.pl
https://psl.noaa.gov/data/composites/day/
https://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html
http://weather.uwyo.edu/upperair/uamap.shtml





 







Winter 2021/2022

 Kurs West-Nordwest!

So und nicht anders sieht der Fahrplan für den kommenden Winter aus, den ich, nach einer kurzen Verifikation des zurückliegenden Herbst, heute besprechen möchte. 

Folgende Druckabweichungen hatte ich vermutet : 

(C)NOAA

Und so schaut das Ergebnis aus : 

(C)NOAA

Allenfalls ein eher mäßiges Ergebnis, einigermaßen gut getroffen der Hochdruck im Bereich Grlnland / Kanada / Westlicher Atlantik, mehr Hochdruck hatte ich Ri. Osten vermutet, in Ri. Sibirien gab es hingegen vermehrt Tiefdruck. 

Ein sehr gutes Ergebnis aber wieder einmal bei der Beurteilung der Großwetterlagen, folgendes hatte ich vermutet : 

Daraus resultierend dürfte es, wie im Sommer, hauptsächlich zu Gemischten und Meridionalen Lagen kommen, allerdings mit Vorteil bei den Gemischten Lagen. Zonale Lagen könnten aber in "Lauerstellung" liegen, hier muss abgewartet werden wie sich die Hurrikan-Saison auf die Zirkulation auswirkt. Bei den Großwetterlagen sind BM, HM, NWa, SWz, HNz, HB, HFz, TrW, TB zu erwarten, ferner evtl. Wz, Wa und WW.

Die Abweichung zu 1961-1990 ( Klimareferenzperiode für Jahreszeiten ) dürfte +1,5° bis +2,5° betragen, zu 1991-2020 +0,5° bis +1°.  

Gemischte Wetterlagen bildeten mit 46 Tagen die Hauptsache, gefolgt von 31 Tagen mit Meridionalen Lagen, gerade einmal 12 Tage entfielen auf Wetterlagen der Zonalen Zirkulation. Die bestimmenden Großwetterlagen des Herbst waren, wie von mir vermutet, BM (24x) NWa (7x) HB (7x) TrW (9x) HB (7x) TrW (9x), nur SWa (10x) und TrM (8x) hatte ich nicht aufgeführt. Ferner traten alle 3 vermuteten Zonalen Wetterlagen auf, jedoch gesamt gesehen wie erwähnt nur an 12 Tagen. 

Bei der Abweichung lag ich nach 1961-1990 nicht richtig, es werden wohl +1,1° sein, nach 1991-2020 dürfte es mit +0,5° Abweichung gerade noch so klappen mit einer richtigen Vermutung. 

Nun zum kommenden Winter. Es steht für mich abermals fest, daß dieser wieder mild ausfallen wird. Man kann natürlich in`s Feld führen daß dies heutzutage keine große Kunst ist. Das mag sein, die Kunst besteht aber darin, Grundstrukturen des Drucks gut zu erkennen, die dominierenden Großwetterlagen zu charakterisieren und den ungefähren Witterrungsverlauf prognostizieren zu können. 

ATLANTISCHE SITUATION

In den vergangenen Monaten präsentierte sich der NAO-Index mal positiv und mal negativ. In den positiven Phasen fällt auf, daß es dabei hauptsächlich Troglagen und Nordwestlich beeinflusste Großwetterlagen gab, was schonmal ein erster Hinweis für die Witterung des Winters sein dürfte. Aktuell dürfte der NAO-Index nach einem kurzen sinken schnell wieder in positive Bereiche ansteigen :


 (C)NOAA

Werfen wir  nun desweiteren einen Blick auf die Abweichungen der Wassertemps, diese geben erste Hinweise bezügl. der Druckentwicklungen und möglicher Großwetterlagen :

(C)NOAA

Mehrere Umstände fallen auf. Zum einen teils sehr warmes Wasser vor der US-Ostküste und im Bereich der Azoren, weiter nördlich bis nach Island teils ausgeglichene, zwischen Island und Grönland deutlich kältere Wassertemps, desweiteren herrschen weiterhin La-Nina-Konditionen im Pazifischen Ozean ( laut den neuesten Verlautbarungen wird sich La-Nina max. bis zum Südhemisphärischen Spätsommer, also Januar/Februar, halten können) und sehr kaltes Wasser im Bereich nördlich und südwestlich der Aleuten. 

Heuer scheint die Entwicklung rund um die Aleuten in einem anderen Kontext zu stehen als vergangenes Jahr, als die Voraussetzungen für die Interaktion mit dem Islandtief fast perfekt schienen, dies aber durch den Grönländischen Hochdruck verursacht durch zwei dicht aufeinander folgende SSW nicht stark zum tragen kamen. In vergangenen Prognosen habe ich ja schon öfters darauf aufmerksam gemacht. In La-Niña-Wintern ist die Intensität des Alëuten-Tiefs stark reduziert. Über Nordamerika ist es verhältnismäßig kalt, weil der Zustrom warmer Meeresluft von Westen fehlt, wodurch im Osten des Kontinents der thermale Kontrast zum Atlantik erhöht und die Zyklogenese angetrieben wird. Die Folge ist eine Intensivierung des Island-Tiefs, das die nordatlantischen Stürme verstärkt, deren Bahnen sich weiter nach Norden verschieben.

 Die vergangenen Druckabweichungen präsentieren sich dort folgendermaßen :


(C)NOAA

(C)HANNA E. ATTARD

Über den Aleuten hat sich sehr starker Hochdruck etabliert, wieder eine entscheidende Schwächung des Aleuten-Tiefs. Zwar ist der Druck über Grönland noch leicht erhöht, hat sich aber in den vergangenen Wochen etwas abgebaut. Im Bereich der Azoren findet sich starker Hochdruck, noch, denn der Atlantik "drückt" und dürfte diesen Hochdruck bald abgebaut haben, was aber nicht unbedingt rein zonale Großwetterlagen verursachen dürfte! Denn zonale Wetterlagen, wie bspw. die klassische Westwindwetterlage Westlage zyklonal, haben sich durch die globale Erwärmung deutlich verändert. Sie haben nicht mehr die Durchschlagskraft vergangener Jahrzehnte, das übernehmen nun Großwetterlagen der Gemischten Zirkulation, die deutlich zugenommen haben. 

NÖRDLICHE HEMISPHÄRE / POLARWIRBEL

Der Polarwirbel zeigt sich aktuell deutlich stärker strukturiert als 2020, die Ozonkonzentration ist niedrig bis sehr niedrig, dies zeigt sich auch in den Abweichungen 





(C)CANADIAN ENVIRONMENT SERVICE

Allerdings muss ich, wie schon öfter in den vergangenen Jahren, anmerken daß das Szenario der sehr kalten Stratopshäre schon öfters gegeben war. So kam es dann in diesem Jahr im Januar / Februar zu gleich zwei starken plötzlichen Stratosphärenerwärmungen innerhalb weniger Wochen, die die Zirkulation durch zwei Versetzungen des Polarwirbels ( sog. "Displacements" ) nachhaltig, nämlich bis in den Mai hinein, auf meridionale, kühle Verhältnisse umstellte und längerfristig hohen Druck über Grönland verursachte.

Zwei Ursachen sind hierfür verantwortlich. Zum einen der anthropogen forcierte Klimawandel. Zwar kühlt sich die Athmosphäre des Polarwirbel einerseits durch den verstärkten Eintrag von Aerosolen ab, andererseits sorgt die Zunahme des Klimaschädlichen CO2 dafür, daß der Polarwirbel in seiner Gesamtstruktur schwächer bzw. anfälliger wird für starke Warmluftadvektion und dadurch Umkehrung der Windverhältnisse.

Kommen wir zur QBO, der "Quasi binären zweijährigen Schwingung", dies ist vereinfacht gesagt eine periodisch athmosphärische Welle des zonalen Winds in der äquatorialen Stratosphäre der Erde.

In der Westphase wird die zonale Zirkulation gestärkt, in der Ostphase geschwächt.

Aktuell befindet sich diese Schwingung im Ostmodus:

Zu sehen ist, daß sich das Zentrum des Polarwirbels auf 10hpa immer noch im Westmodus befindet, weiter unten herrschen neutrale bis leicht positive Bedingungen, dazwischen aber deutlich negative Werte. Aktuell gibt es leichte Veränderungen in den "unteren Stockwerken" Ri. Troposphäre

(C)NASA

In der unteren Stratosphäre Ri. obere Troposphäre sind zum einen die Werte etwas deutlicher ins positive gewechselt, ganz unten hingegen ins negative. So erklärt sich das aktuelle, eher winterliche Wettergeschehen. Es ist aber m.M.n. damit zu rechnen daß durch die aktive Dissipation von Wellen früher oder später auch die untere Stratosphäre / obere Troposphäre in positive Werte und somit eher westlich dominiertes Wetter wechselt. 

Bei den Temps und dem zonalen Wind schaut es aktuell so aus : 


(C)FU BERLIN


 (C)HANNA E. ATTARD

Der zonale Wind zeigt deutlich positive Werte, die Temps der NH sind leicht unterdurchschnittlich, nach einer kurzen Störung - das Zentrum des Polarwirbel orientiert sich kurzzeitig von der zentralen Arktis weg - platziert sich der Polarwirbel wieder im Zentrum der Arktis. 

Eine länger anhaltende Störung des Polarwirbel wie im zurückliegenden Winter erscheint aktuell unwahrscheinlich, unmöglich ist diese jedoch, wie schon erwähnt, nicht. 

Kleine Erwärmungen, sogenannte "Minor Warmings", werden dagegen ganz sicher auftreten, sie kommen jeden Winter vor. Sie sind aber nicht in der Lage, die Windverhältnisse zu ändern.
 
POLARFRONTJETSTREAM & EURASIEN

Der Polarfrontjetstream zeigt sich abermals sehr gut und kräftig strukturiert, leicht mäandrierend in Ri. Nordwest 


 (C)METEOCIEL
 
was sich auch in den kommenden Großwetterlagen niederschlagen dürfte, also Westlich / Nordwestlich dominiert. Für Troglagen könnte es ab und an reichen, einen Durchbruch zu stabilen Winterwetter bieten Tröge jedoch nicht, sie bieten nur Intermezzi. 

Die Verteilung der Kaltluft wird wie folgt prognostiziert
 


 (C)WETTERZENTRALE
 
Es zeigt sich eine Konzentrierung der Kaltluft weit zurückgezogen in den Osten Russlands, und es zeigt sich, daß es, gemessen an der Jahreszeit, relativ wenig Kaltluft über Zentral-Russland gibt, was sich auch in der zurückgezogenen Schneedecke ( siehe weiter unten ) zeigt. Desweiteren wird so bis auf weiteres kein Hoch über Zentral-Russland entstehen welches ein sog. "Ural-Blocking" auslösen könnte, welches u.a. von Dr. Judah Cohen vom AER in den USA als einer der zentralen Bausteine eines SSW mit Polarwirbelsplit gesehen wird. Ein blockierendes Hoch über dem Ural-Gebirge scheint mit Schwerewellen, die weit in die Athmosphäre dissipatieren, die polare Zirkulation nachhaltig zu stören. 
 
Kommen wir zur Eurasischen Schneebedeckung. Diese zeigt ein verändertes Bild im Gegensatz zu 2020
 


 (C)NOAA

2020 war die Schneebedeckung etwas exzentrischer ( entlang der Breitengrade von Nord nach Süd ) ausgeweitet, aktuell zeigt sich die Schneebedeckung v.a. nach Norden zu deutlich radialsymetrisch ( entlang der Längengrade von Ost nach West ) mit weit zurückgezogener Schneebdeckung in Westrussland, was somit  die meridionale Strömungsrichtung der Großwetterlagen nicht begünstigen dürfte, stattdessen werden wahrscheinlich gemischte und zonale Strömungsrichtungen deutlich gestärkt. Desweiteren dürfte, wie oben bereits angesprochen, durch die weniger ausgeprägte Schneebedeckung die Hochdruckentwicklung über Zentralrussland / Sibirien entscheidend geschwächt werden, was östliche Lagen in Ri. Mitteleuropa erschwert.
 
Es bleibt zu sagen daß Mitteleuropa einem Winter entgegen geht, der hauptsächlich von Gemischten Großwetterlagen dominiert sein wird, es dürften aber auch Meridionale Lagen, v.a. Troglagen, hinzukommen. Zu nennen wären NWz / NWa, BM, SWz, SWa, zonale Lagen werden auch auftreten, am ehesten wären heuer wieder die Wz aber auch WW zu vermuten. Bei meridionalen Wetterlagen könnte es u.a. zu TrM, TrW, TM, TB kommen. Nördliche und Nordöstliche Lagen wie HNa, HNz, HNFa, HNFz, Na, Nz oder SEz dürften eine eher untergeordnete Rolle spielen, sofern sie überhaupt auftreten. 
 
Bedingt durch die oben angesprochene Troglagen wird es kältere und kalte, winterliche Abschnitte geben, sie gehören dazu und kommen in jedem Winter vor, evtl. im Hochwinter ab Januar und / oder der 1ten/2ten Februar-Dekade. Dies ist klimatologisch gesehen die kälteste Zeit des Winters und dazu prädestiniert, mal einen längeren kalten Abschnitt zu liefern. Kältere Abschnitte dürften sich also, wie schon so oft, aus den bereits angesprochenen Trogentwicklungen, Rückseiten von durchziehenden Tiefdruckgebieten und kurzzeitigen Blockadelagen ergeben 
 
Die Druckabweichungen vermute ich wie folgt : 
 
(C)NOAA PLOTTING PAGE BY KURT HANSEN

Die Abweichung zu 1961-1990 ( Klimareferenzperiode für Jahreszeiten ) dürfte +1° bis +2,5° betragen, zu 1991-2020 +0,5° bis +1,5°.  

Quelle der Bilder : 
 
http://www.wetterzentrale.de
http://squall.sfsu.edu/crws/archive/jet_nh_arch.html
http://es-ee.tor.ec.gc.ca/e/ozone/Curr_map.htm
https://www.geo.fu-berlin.de/en/met/ag/strat/produkte/index.html
http://www.atmos.albany.edu/student/hattard/realtime.php
https://acd-ext.gsfc.nasa.gov/Data_services/met/qbo/qbo.html
http://www.climate4you.com/SnowCover.htm
 
Text : (C)Kurt Hansen, Arrondissement Perpignan, Region Occitanie, Departement Pyrénées-Orientales, France.