1850 – 1965

besondere Wetterereignisse im Weinviertel

1913 extreme Kälte
Der Austrieb der Weingärten begann schon Anfang April und da vom 14. – 16. April große Kälte einfiel, erfroren dieselben gänzlich und infolge eines abermaligen Frostes am 22. Mai abermals starke Einbußen.[2]
1914 extreme Kälte

vernichteten Maifröste 60 % der Weinkulturen.[1]
1917 Hitze / Mildwinter

herrschte im Sommer eine große Hitze. Die Weinernte war großartig. Der „17“er gehörte zu den besten Jahren des Weinbaues.[1]
1929 Schnee-Ereignis extreme Kälte

brachte einen sehr kalten Winter mit viel Schnee. Der Schnee schützte die Stockkulturen, dass der Schaden im Rahmen blieb. An manchen Tagen wurde die Eisenbahn und der Postverkehr eingestellt. Das Wild ging zu Grunde, Brunnen froren zu. Am 10. Februar gab es noch – 29 ° C. … Die RAWAG (ORF) meldete immer neue Kältewellen. In der Donau gab es den größten Eisstoß seit langer Zeit…[1]
Am 7. Jänner fiel große Kälte mit Schneegestöber ein und betrugen die Kältegrade bis 30 Grad. Diese Witterung hielt unvermindert bis Ende Februar an. Es erfroren in diesem strengen Winter viele Kirsch-, Nuß-, Obstbäume und die alten Weinhecken, auch die Weinstöcke auf den Feldern, die nicht mit Schnee bedeckt waren, trieben im Frühjahr nicht mehr an.[2]
Der Winter 1929 brachte eine außergewöhnlich große Kälte; es wurden bis 33 Celsius-Grade unter Null gemessen. Die abnorme Kälte begann zu Weihnachten und hielt bis Anfang März an. Viele Obstbäume, erfroren; besonders stark betroffen waren die Nuss- und Zwetschkenbäume. In den weniger tiefen Kellern erfroren die Erdäpfel und Futterrüben.[4]
In diesem Jahre war auch ein spätes Frühjahr und trieben die Weinstöcke erst anfangs Juni an, die Blütezeit derselben war eine schöne, Getreide, Hafer und Gerste ergaben eine sehr gute Ernte und war die Erntezeit, weil eine sehr schöne, heiße Witterung herrschte (in der Sonne 44, im Schatten 32 Grad Reamur) sehr günstig, diese große Hitze hielt bis 26. Juli an.[2]
Der Weinbau war mittelmäßig, ebenso die Qualität des Weines. Der Winter bis Ende des Jahres war wenig kalt, ebenso war sehr wenig Schnee und meistens Tauwetter.[2]
1935 extreme Kälte

war der Winter vom 1. Jänner an bis anfangs März ziemlich kalt mit wenig Schnee, es war überhaupt ein spätes Frühjahr. Der Sommer war sehr schön. Das gut entwickelte Getreide im Frühjahr ist teilweise erfroren bei einer Kälte von 5 Grad am 2. Mai, ebenso die Altkulturen der Weingärten. … Der Winter bis Ende Dezember war sehr milde, bereits ohne Schneefall.[2]
1936 Hitze / Mildwinter

Der Winter vom 1. Jänner an war sehr milde und ohne Schneefall; es hatte nur wenige Tage im Februar eine Kälte von 4 – 6 Grad Reamur, wo die hierortigen Fleischhauer und Wirte ihren Eisbedarf nur bis zu 70 % decken konnten.[2]
1938 extreme Kälte 

Im Jänner war es nicht besonders kalt, vom 5. an schneite es ziemlich viel, aber der Schnee blieb nicht liegen. Im Februar war es sehr schön, man hoffte auf ein zeitiges Frühjahr. Der März war kalt, Schnee, Wind und Schneegestöber. Die Winzer hatten bis Ende März kaum etwas geschnitten.[1]
1941/42 Schnee-Ereignis

war einer der schneereichsten Winter. Viele Häuser und Keller konnte man nur durch ausgegrabene Schneehöhlen erreichen. Die Eisenbahn zwischen Enzersdorf und Hohenau war unbenutzbar.[1]
1945 Dürre

Dieses Jahr war geprägt von einem zeitigen Frühjahrsbeginn mit viel Wind und Wärme. Am 25. April gab es ein kleines Gewitter. Dann regnete es elf Wochen nicht.[1]
1956 extreme Kälte

Zu Beginn des Winters gab es kaum Schnee und nur mäßige Kälte bis zum 25. Jänner. Die Männer im Wald konnten mit aufgestrickten Hemdärmeln arbeiten. Eine plötzlich eintretende Kaltfront brachte am 29. Jänner – 31° C, welche tagelang anhielt. Es gab starke Frostschäden in den Weingärten. Schnee gab es erst im Februar.[1]
1964 Schnee-Ereignis

Am 16. März begann es um Mitternacht zu schneien, und innerhalb von 7 Stunden fielen 45 cm Schnee. Der Verkehr war stillgelegt. Es dauerte eine ganze Woche, bis der Schnee schmolz.[1]

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Quellennachweise:
1 ÖKR Hans Rieder, Wetterkapriolen im Lauf der Jahrhunderte, Poysdorfer Stadtnachrichten 3/2006
2 Elfriede Popp, Denkbuch des Marktes Gaunersdorf, 2003
3 Mozartbriefe und Aufzeichnungen, Band 1: 1755 – 1776
4 Dieter Friedl, Bernhardsthaler Heimatbuch, 2013

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