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Heiße Weihnachten?

Hm…“ kann man zu den Wetterkarten der nächsten Woche nur sagen. Es wird sehr, sehr mild. Der Winter hat es in der Zielgeraden Richtung Weihnachten sehr schwer. Willkommen bei der Wochenvorschau der Wetterzeit. Nehmen wir uns ein wenig Zeit für den (natürlich noch etwas unsicheren, aber immer auch sehr spannenden) Blick weit in die Wetterzukunft.

Zu Beginn noch schnell ein Blick zurück zur letzten Wochenvorschau. Da hat der grobe Trend ganz gut gepasst, vom dominierenden wechselhaften Westwetter über den Frost zur Wochenmitte bis zum Neuschnee im Bergland. Der Schneefall im Osten Österreichs ist allerdings nur schwach ausgefallen. Wie gesagt sind diese Tiefs im Bereich Italien und Adria und ihre Auswirkungen auf Österreich langfristig kaum richtig zu erfassen und dementsprechend unsicher die Vorhersagen.

Aber beeindruckend finde ich: Vor einer Woche gab es Signale für ein Tiefdruckgebiet über Oberitalien gegen Ende der Woche. Und heute Freitag entsteht wirklich so ein Tiefdruckgebiet. Allerdings zieht es nicht nach Norden sondern nach Süden.

Warnungen für den Mittelmeer-Raum

Wie giftig dieses Tief ist, zeigt ein Blick auf die europäischen Wetterwarnungen von www.meteoalarm.eu: Heute Freitag (13.12.) und morgen Samstag sind besonders die Gebiete von Korsika über Italien und Kroatien bis Griechenland voll mit Warnungen vor schweren Sturmböen, hohen Wellen, Starkregen und in höher gelegenen Regionen auch vor Schneefall. Da werden wir in den Nachrichten sicher die eine oder andere Meldung über Unwetterschäden hören. Ab Sonntag wird das Wetter in Südeuropa dann deutlich ruhiger.

Teils rote Warnung in Südeuropa: Sturmböen über 100 km/h, meterhohe Wellen, starker Regen und in höheren Lagen Schneefall. Credit: www.meteoalarm.eu

Mild, mild, mild

Zurück nach Österreich und zur kommenden Woche. Da deutet derzeit alles auf viele Tage mit Südwest- bzw. Südströmung über Mitteleuropa hin, und das bedeutet: mild, mild, mild. Am Dienstag zum Beispiel strömt die milde Luft pfeilgerade von Nordafrika über Italien nach Österreich. An der Nordseite der Alpen wird es bei so einer Südströmung außerdem föhnig. Noch etwas könnte interessant sein: Das wäre auch eine Wetterlage, die Mitte der kommenden Woche Saharastaub nach Österreich bringen kann.

Sehr milde Südströmung am Dienstag: Die Luft strömt immer gegen den Uhrzeigersinn um Tiefdruckgbiete (auf der Nordhalbkugel). Daher steuern uns die Tiefs über dem Atlantik sehr milde Luft aus Nordafrika nach Österreich. Credit: windy.com

10 Grad … 15 Grad?

Wie sicher die milde Wetterlage ist, zeigt ein Blick auf die sogenannten Ensemble-Prognosen, auch gerne Spaghetti-Prognosen genannt. Das sind die Prognosen von unterschiedlichen Modellläufen und zeigt, ob die einzelnen Modelle eine ähnliche oder eine eher unterschiedliche Idee vom Wetter der nächsten Tage haben. Momentan sieht das sehr einheitlich überdurchschnittlich warm aus, zumindest bis 22. Dezember. Hier ein Beispiel der Temperatur in 1500 Meter Höhe. Da wäre der Höhepunkt des milden Wetters am Dienstag und Mittwoch, mit 10 Grad und mehr (in 1500 Meter Höhe!). Das ist um 10 bis 15 Grad wärmer als in einem durchschnittlichen Dezember. Nach der Karte folgt gleich noch eine wichtige Info, warum man diese warme Luft vielleicht nicht überall in Österreich bemerken wird.

Nächste Woche extrem milde Luft auf den Bergen: Mitte nächster Woche ist es in 1500 Meter Höhe um 10 bis 15 Grad wärmer als in einem durchschnittlichen Dezember. 10 bis Credit: wetterzentrale.de

Achtung Honig am Boden

Im Winterhalbjahr muss man mit der Prognose von sehr hohen Temperaturen immer ein wenig vorsichtig sein. Denn selbst wenn sehr, sehr milde Luft zu uns nach Österreich strömt, muss das nicht zwingend der Großteil der Bevölkerung mitbekommen. Denn im Winter hält sich in tiefen Lagen – und damit in den meisten Großstädten – gerne eine Schicht mit kalter und daher schwerer Luft, die sich nur ungerne vertreiben lässt und oft auch feucht ist, mit Nebel oder Hochnebel.

Man kann sich das ein wenig wie Honig am Boden eines Glases mit Milch vorstellen. Erst wenn man umrührt, löst sich diese Schicht Honig am Boden auf. Beim Wetter ist es der Wind, der die kalte Luft am Boden durchmischt und Platz für die warme Luft schafft.

Die Erwärmung wird man daher auf den Bergen und in den Föhnregionen (z.B. auch in Innsbruck und Salzburg) schon zu Beginn der Woche bemerken. Im Flachland (zum Beispiel z.B. von Linz über Wien bis Eisenstadt) kann sich die milde Luft aber erst nach und nach im Laufe der Woche und vielleicht auch nur teilweise durcharbeiten.

Früher konnten die Prognosemodellen diese nur ein paar hundert Meter dünne kalt-feuchte Luftschicht am Boden kaum vorhersagen. Mittlerweile schaffen das einige Modelle schon ganz gut, wie das folgende Bild zeigt.

Kalte Luft wie Honig im Milchglas: Für Dienstag zeigt eines der Modelle eine hartnäckige feucht-kalte Schicht am Boden. Hier der Querschnitt für Wien. Credit: windy.com

Wenig Änderung bis zum 4. Adventwochenende

Die Großwetterlage mit Süd- und Südwestströmung dürfte in unterschiedlichsten Variationen zumindest bis Samstag (21.12.) anhalten. Das bedeutet für den Großteil Österreichs also eine sehr milde, föhnige, trockene und oft auch sonnige Woche. In den Niederungen kann sich aber wie schon gesagt zum Teil kühle Nebelluft halten. Und an der Südseite der Alpen stauen sich bei bei diesen Wetterlagen gerne zeitweise dichte Wolken und bringen etwas Schnee oder Regen.

Föhnwolken wie diese bringt die kommende Woche im Großteil Österreichs: Auch Föhnfische oder Linsenwolken genannt. Auf „meteorologisch“ heißen sie Altocumulus lenticularis. Credit/wetterzeit.at/Wostal

Nur der Mai war heuer deutlich zu kalt

Mir dieser kommenden sehr milden Woche steigt die Wahrscheinlichkeit für einen insgesamt zu warmen Dezember. Damit haben wir heuer nur einen einzigen deutlich zu kalten Monat erlebt (Mai) und 2019 wird sich in der Reihe der wärmsten Jahre der Messgeschichte weit vorne einreihen.

Im Jahr 2019 meist zu warm, selten zu kalt: Die Abweichung der Temperatur im Jahr 2019 vom Mittelwert. NUr der Mai war fast durchwegs deutlich zu kalt. Credit: ZAMG

Und Weihnachten?

Am Ende der Prognosekarten (derzeit Sonntag 22.12.) gibt es derzeit ein paar Varianten, wie die beiden folgende Grafiken zeigen. Beispiel A ist wieder einmal das Entstehen eines Tiefdruckgebiets über Oberitalien. Diese Tiefs sind – wie schon oft besprochen – langfristig kaum vorhersagebar und haben je nach Zugbahn sehr unterschiedliche Auswirkungen. Ziehen sie nach Norden gibt es bei uns verbreitet Niederschlag, im Winter oft mit Schnee bis ins Flachland. Beispiel B: Zieht so ein Tief nach Süden wirkt es sich auf Österreich so gut wie gar nicht aus.

Das heißt: Auch wenn die kommende Woche extrem mild verläuft sind die Wetter-Würfel zum Thema „weiße oder heiße Weihnachten“ noch nicht gefallen. Da müssen – oder dürfen – wir uns noch ein wenig gedulden.

Vielen Dank für Deine Zeit mit der Wetterzeit, und ich wünsche ein erholsames drittes Adventwochenende und gute neue Woche!

Westliches mit Chance auf weiße Überraschung

In der Wochenvorschau sehen wir uns das Westwetter der nächsten Tage an. Es bringt anfangs einen flotten Wechsel von milden und kalten Phasen. Für die zweite Wochenhälfte brodelt es derzeit recht ordentlich in der Wetter-Gerüchte-Küche.

Aber zunächst zum kommenden Sonntag (8.12.): Da liegt Österreich in einer milden Luftmasse, mit Höchstwerten in den Landeshauptstädten bei knapp 10 Grad. Aber von England und der Nordsee her ist auch schon eine Kaltfront im Anmarsch. Sie erreicht uns am Montag am Nachmittag mit Regen und Schneeschauern. Wobei es in tiefen Lagen durchwegs bei Regen bleiben sollte. In der Nacht auf Dienstag kann es dann bis in die Täler schneien, wobei der Schwerpunkt des Schneefalls an der Nordseite der Alpen liegt.

Am Dienstag drückt der kalte Nordwind Schneewolken an die Alpen. Im Süden dagegen, geschützt durch die Alpen, ist es recht sonnig. Der Osten bekommt – wie immer bei diesen Wetterlagen – von allem ein wenig.

In der Nacht auf Mittwoch lockern die Wolken dann langsam überall auf. Damit kühlt es deutlich ab und der Mittwoch kann in ganz Österreich mit Minusgraden beginnen.

Flottes Westwetter: Am Sonntag ist die kalte Luft noch über England, am Dienstag dann schon bei uns. Credit: windy.com

Weiß durch Vb ab Donnerstag?

Ab Donnerstag entwickeln die Vorhersagemodelle unterschiedliche Ideen. Da rechnet nämlich das (prinzipiell sehr gute) ECMWF-Modell mit dem Entstehen eines Tiefdruckgebiets im Bereich Italien-Adria. In dieser Variante zieht am Freitag dann das Tief über Ungarn nach Polen.

Das wäre eine klassische Vb-Wetterlage (sprich „fünf b“). Kommt das so, dann stehen die Chancen gut, dass es im Großteil Österreichs bis in tiefe Lagen schneit, auch im Flachland im Osten.

ABER: Diese Wetterlagen sind so lange im Voraus selten gut vorhersagbar. Schon eine etwas andere Lage um einige Kilometer kann ein deutlich anderes Wetter bringen. Außerdem wollen andere Modelle von diesem Vb-Tief gar nichts wissen und bleiben eher bei wechselhaftem Westwetter.

Spannende Variante: Das linke Bild zeigt die mögliche Zugbahn des Adria-Tiefs. Die Niederschlagsprognose für die Nacht auf Do/Fr zeigt die Auswirkungen so einer Vb-Zugbahn. Credit: windy.com

„Westlich, winterlich“ ins 3. Adventwochenende

Zum 3. Adventwochenende werden die Modelle dann wieder ähnlich. Da sieht es sehr einheitlich nach eine Westströmung aus. Das bedeutet normalerweise zwei Dinge: windig und wechselhaft, mit einer raschen Folge von milden und kalten Tagen. Wobei es auf den Bergen meistens kalt genug für Schnee ist. Am meisten Schnee bekommen bei West- und Nordwestwetter die Gebirgsgruppen nördlich des Alpenhauptkamms, also grob gesagt Bregenzerwald/Arlberg über Kitzbühel/Hochkönig bis hin zu Dachstein und Hochkar. In diesen Gebieten könnten nach aktuellen Stand der Prognosen die in den nächsten zehn Tages in Summe 50 bis 100 Zentimeter Neuschnee bringen.

Aktuelle Neuschnee-Prognose für die nächsten zehn Tage. Noch sehr unsicher, aber: Kommt das so, wird es in ganz Österreich weiß – zumindest für einige Zeit. Credit: windy.com

Nach den teils ordentlichen Neuschneemengen im Süden im November, kommt jetzt also wieder mehr der Norden und Westen in den weißen Genuss.

Der Winter startet also winterlich – was ja nach der Erfahrung der letzten Jahre gar nicht mehr so selbstverständlich ist.

Nächste Woche können wir dann – unter Umständen, eventuell, vielleicht – auch schon wenig spekulieren, wo sich heuer weiße Weihnachten ausgehen könnten.