phänologie

Phänologie – was ist das überhaupt?

Phänologie leitet sich von altgriechisch für phaíno – „ich erscheine“ ab. Die Lehre über die Erscheinungen beschäftigt sich mit der Entwicklung der Pflanzen und dem Verhalten der Tier im Jahresverlauf, also im Endeffekt mit der Abhängigkeit von den Jahreszeiten die wiederum maßgeblich von der Witterung geprägt werden.

Seit langer Zeit machen sich interessierte Menschen daran, die sie umgebende Pflanzenwelt eingehend zu beobachten und auch festzuhalten – wann – was los ist. Schon Paracelcus meinte: „Annus fructicat, non terra“ was übersetzt bedeutet: „Das Jahr bringt die Frucht, nicht die Erde.“ Damit meinte er, dass der Jahresablauf und die Witterung Einfluss auf die landwirtschaftliche Produktion haben.

Auch wenn heute die erhobenen Daten in der Wissenschaft für die Klimaforschung und die Pollenvorhersage verwendet werden, ist es keine neuer Erfindung sondern eine ganz alte Methode deren sich schon die Römer oder Chinesen vor über zweitausend Jahren bedient haben. Damals hat man sich im Ackerbau an der Entwicklung der Wildpflanzen orientiert und den Saatzeitpunkt angepasst um so die Ernteausfälle verringert.

Die älteste und längste phänologische Datenreihe ist übrigens die der Kirschblüte in Japan.

Nutzen des phänologischen Kalenders

Phänologische Daten werden u.a. für Trendanalysen zur Klimadiagnostik in Bezug auf den Klimawandel herangezogen, da sich die Eintrittsdaten vieler phänologischer Phasen sehr gut in Beziehung zu Temperatur-Trends setzen lassen. Für den Gärtner und Landwirt ist der phänologische Kalender zudem eine Hilfe bei der Aussaat verschiedener Pflanzen. Die zehn Jahreszeiten sind deutlich präziser als die Aussaat nach dem herkömmlichen Kalender.

Die ZAMG unterhält seit 1928 ein phänologisches Messnetz mit derzeit rund 100 Beobachtungsstationen; Nexing ist integrierter Beobachtungsstandort seit 1999.

Die Beobachtungsdaten können über das  ZAMG-Jahrbuch abgerufen werden bzw. fließen in den laufend aktualisierten Phänologiespiegel ein.