Kategorie-Archiv: Rückblicke

In unregelmäßigen Abständen werden an dieser Stelle Wetterrückblicke und klimatologische Witterungsberichte veröffentlicht.

Jänner 2017 – Eiseskälte wie selten in 30 Jahren

Wir erlebten in diesem Jänner verstärkt den kontinentalen Klimaeinfluss, der sich im Klimadiagramm für Nexing widerspiegelt.

Bereits am 5. des Monats gelangte der Ostalpenraum an der Rückseite eines kräftigen Tiefs über Weißrussland und der Ukraine in den Zustrom kalter Festlandsluft arktischen Ursprungs, welche bis weit nach Süden vordrang. Rasch baute sich in den Folgetagen ein beständiges Kältehoch über Mitteleuropa auf. In diesem Bereich kam es zu Wetterberuhigung und Aufklaren mit Frostverschärfung während der Nacht. Am 7. konnte die tiefste Temperatur dieses Winters mit einem Wert von -15,8 Grad Celsius (°C) gemessen werden.

Nach kurzer leichter Milderung mit ein wenig Schneefall um die Monatsmitte sorgte neuerlich beständiger, hoher Luftdruck für zum Teil strenge Winterkälte während den Nächten und tagsüber oftmals mit mäßigem Dauerfrost. Ab dem 28. erreichten die Tageshöchstwerte kaum noch -5 °C, am 30. Jänner wird überhaupt der kälteste Tag seit Februar 2012 registriert; das Tagesmaximum betrug -6,3 °C.

Unter dem Strich bilanziert der Jänner mit einer mittleren Monatstemperatur von -4,3 °C und ist damit um 3,5 Grad kälter als im langjährigen Mittel der Referenzperiode 1992-2010. Noch einen Tick kälter war der Jänner im Jahr 2006 (-4,5°C). Davor muss man schon weit in den Klimaaufzeichnungen zurückblättern um ähnliche bzw. noch frostigere Temperaturverhältnisse zu finden – nämlich bis ins Jahr 1987.

   

Die Luft war nicht nur sehr kalt in diesem Jänner, sondern typischerweise auch sehr trocken bei kontinental geprägten Wetterlagen. Neben der vergleichsweise geringen Anzahl von Tagen mit messbarem Niederschlag (6 Tage) war dieser Monat niederschlagsarm mit insgesamt 17 mm, was lediglich 52 % des langjährigen Mittels entspricht.

Der gesamte Monatsrückblick mit den Detailwerten und Klimakennzahlen ist wie üblich für registrierte Benutzer im Datenarchiv abrufbar.

Sommer 2015: extreme Hitze und Trockenheit – dennoch nur Platz 2

Extreme Hitze und Trockenheit kennzeichneten diesen Sommer, der bis zum letzten Tag alle Register zog.

Sommer 2015 Temperatur, Niederschlagsverlauf

War noch der Juni am relativ kühlsten mit einer Temperaturabweichung von +0,9 Grad, so schlugen sich die hohen Temperaturen im Juli mit +2,6 Grad und im August mit +3,0 Grad Abweichung zur Klimanorm (1992-2010) deutlich zu Buche. Die höchste Temperatur an der Station wird mit 36,1 Grad Celsius am 22. Juli und nochmals am 13. August gemessen.

Die mittlere Temperatur des meteorologischen Sommers beträgt 21,5 Grad Celsius und liegt damit um +2,1 Grad über dem vieljährigen Mittel (1992 – 2010).  Dies bedeutet Platz 2 knapp hinter dem Jahrhundertsommer 2003 (21,6 Grad Celsius)

Mitverantwortlich dafür sind nicht zuletzt insgesamt fünf Hitzewellen, wobei es abschnittsweise zu Temperaturabweichungen bis zu 8 Grad kam. Die massivste Hitzewelle etablierte sich in der Zeit vom 4. bis 15. August. Dabei wurde an sieben Tagen jeweils die 35-Grad-Marke überschritten.

Deutlich mehr „sehr heiße Tage“ mit über 35 Grad

Besonders auffällig und ungewöhnlich ist die Zahl der sehr heißen Tage (> 35 Grad): wurden im bislang heißesten Sommer in der Nexinger Klimareihe (2003) lediglich 3 solcher Tage registriert, waren es im heurigen Sommer insgesamt 10 Tage. Weiters waren 36 heiße Tage (> 30 Grad) und 66 Sommertage (>25 Grad) zu verzeichnen.

Die vergleichsweise geringe Anzahl an Niederschlagstagen (26)  spiegelt die extreme Trockenheit wider. In Summe fielen lediglich 93,8 Liter Regen auf den Quadratmeter, das entspricht gerade einmal 46 % der im langjährigen Mittel üblichen Niederschlagsmenge von 206 Liter/m². Dies macht den Sommer 2015 zum zweittrockensten seit Aufzeichnungsbeginn.

Weitere interessante Details zum diesjährigen Sommer und warum der bisher heißeste Sommer (2003) letztendlich doch nicht vom Thron gestoßen wurde, ist im Gastbeitrag „Sommer 2015: Hitze ohne Ende“ zu erfahren.