Südföhn

Ein Tief über der Bretagne bescherte auch dem Weinviertel kräftigen Südföhn. Neben teils orkanartigen Böen (Leiser Berge 119 km/h, Quelle ZAMG), stieg auch die Lufttemperatur sukzessive an und erreichte in Nexing in den frühen Morgenstunden des 11.12. ihr Maximum von 12,8 Grad ehe es mit Föhnzusammenbruch und Winddrehung auf West schlagartig wieder abzukühlen begann.

Stürmische Böen wurden, wie in vielen Teilen des Weinviertels, auch an der Station Nexing registriert.

Winter 2017/2018 – An Trögen soll der Winter genesen

In den vergangenen Tagen war bzw. ist eine interessante Entwicklung zu beobachten die man allerdings nicht als Blaupause für die kommenden Monate verwenden darf.

Gegenstand dieser Entwicklungen ist der in letzter Zeit gen Grönland und Island steil aufragende Hochdruck welcher zu einer kräftigen Troglage über Mitteleuropa führte. Daraus resultierte die Advektion kühler bis kalter Luftmassen aus polaren Breiten via Grönland.

Da diese Luftmassen aber über den sehr warmen Nordatlantik und die sehr warme Nordsee strömten – also letzlich maritime Luftmassen – büßten sie einiges an Kältepotential ein. Da sie aus Nordwest kamen war bzw. ist einiges an Wind mit im Spiel, was für eine gute Durchmischung der Luftmassen sorgt und die Bodentemperaturen um einiges höher ausfallen ließ als es die für die Jahreszeit recht kalten Luftmassen vermuten ließen.

Kommen wir aber nun zu den einzelnen Entwicklungen und was sie für die kommenden Monate bedeuten könnten.

ATLANTISCHE SITUATION

Wie oben erwähnt besteht derzeit sehr hoher Druck über den Azoren, was zu einer Aufsteilung hohen Drucks führte und eine Troglage iniziierte. Verursacht wurde dies durch sehr hohe Abweichungen der sonst üblichen Wassertemperaturen in Verbindung mit hohen Lufttemperaturen. Beides war stark Hochdruck-fördernd.

Wie aber nun ersichtlich ist haben sich die Wassertemps bereits deutlich abgekühlt.

Zwar sind die Lufttemps weiterhin recht hoch, im Zusammenspiel dürfte das aber für eine Abschwächung und spätere Normalisierung der Druckverhältnisse im Subtropischen Atlantik führen. Einfach gesagt wird sich das Azorenhoch früher oder später auf seinen angestammten Platz zurückziehen.

NÖRDLICHE HEMISPHÄRE / POLARWIRBEL

Im Gegensatz zum vergangenen Winter zeigt sich der Polarwirbel heuer relativ gesund und gut strukturiert, wenn auch leicht eliptisch geformt, ersichtlich ist dies v.a. durch eine recht niedrige aktuelle Ozonkonzentration.

Nochmal zur Erinnerung :

Um bspw. einen Polarwirbelsplit bzw. ein Major Warming zu stützen müsste via Jetstream verstärkter Eintrag von Ozon in die untere Stratosphäre stattfinden, dort wird dann vemehrt UV-Licht absorbiert, Folge -> Erwärmung der unteren Stratosphäre. Und da ein Ozonfluß von der Stratosphäre in die Troposphäre stattfindet, müssten sich Veränderungen dann in einem erhöhten Ozongehalt der Troposphäre äußern. Da Ozon eine recht hohe Materiedichte aufweist begünstigt dies eine große Erwärmung der Umgebung.

Darüber hinaus wird vermutet, daß die Stratosphäre mittels Dissipation von Wellen zumindest passiv an Veränderungen der Troposphäre beteiligt ist.

Zwar ist die Sonneneinstrahlung der NH im Winter deutlich reduziert, was vordergründig gegen einen Abbau von UV-Licht durch Ozon und eine Erwärmung spricht, für die untere Athmosphäre ( Troposphäre ) trifft das wohl so zu, nicht aber für die obere Athmosphäre ( Stratosphäre ). Dort ist genug UV-Strahlung vorhanden, wie auch ein recht hoher Ozongehalt.

In der Troposphäre bspw. entsteht Ozon dann hauptsächlich durch Spaltung von Stickoxiden, während es weiter oben durch Spaltung von Sauerstoffatomen durch die angesprochene UV-Strahlung entsteht.

Wie man oben sieht befindet sich die Ozonkonzentration in einem relativ niedrigen Bereich was für Kälte und gegen eine Erwärmung spricht.

Und die Prognosen der Ozon-Abweichungen von Klimatologischen Mittelwert zeigen ebenfalls keine evtl. Erhöhung der Ozonwerte direkt über der Arktis.

Via Polarwirbel sind derzeit und in Zukunft keine Kaltlufteinbrüche zu erwarten. Allerdings ist der Polarwirbel samt seinem Kältepotential derzeit in seiner Ausdehnung recht weit zurückgezogen, es fehlt an Kaltluft um die Frontalzone zonal zu beeinflußen, also die Iniziierung der sog. „Westdrift“ zu starten. Dazu passt, daß die Breitengrade 60N bis 90N ca. 3° zu warm sind. Allerdings dürfte die Entwicklung des Polarfrontjetstream hier recht bald eine Änderung herbeiführen.

POLARFRONTJETSTREAM & EURASIEN

Dieser mäandrierte in der vergangenen Zeit sehr stark, was die Meridionalisierung der Großwetterlage zur Folge hatte

deutlich zu sehen am „abbiegen“ des Jetstream im Grönländisch-Isländischen Bereich

allerdings strukturiert sich der Jetstream aktuell neu

denn es dürfte sich Kaltluftadvektion aus dem Sibirischen Raum via Polarfrontjetstream in R. Nordpazifisches Beringmeer und damit auch den Aleuten einstellen, was die dortige Tiefdruckentwicklung stärken würde und entsprechende Auswirkungen auf den weiteren sich normalisierenden Verlauf des Polarfrontjetstream hätte. Schon seit einigen Jahren wird auf die Wechselwirkung des Aleutentief zum Islandtief hingewiesen.

Denn das stärkste Kaltluftpotential befindet sich derzeit weit östlich im Sibirischen Raum, gut zu sehen auf den gemittelten Karten der NH von EZ und GFS

Da der Jetstream, wie oben zu sehen, über dem Sibirischen Raum in recht geordneten Bahnen verläuft dürfte oben beschriebene Entwicklung bald eintreten.

Was aber ebenfalls zu sehen ist : An der Ostküste der USA und Kanada befindet sich relativ wenig Kaltluftpotential. Dieser Umstand sorgt dafür, daß die Tiefdruckproduktion vor Neufundland eher schwach verläuft.

Zwar wird, wie weiter oben beschrieben, das aufsteilen des Hochdrucks gen Grönland / Island durch die Abkühlung des Meerwassers unterbunden, jedoch auch die Tiefdruckproduktion bei Neufundland durch wenig Kaltluftpotential. Somit dürften Trogentwicklungen eher „retrograd“ verlaufen, also mit einer gekippten Achslage

Kommen wir zur Eurasischen Schneebedeckung. Diese zeigt ein deutlich verändertes Bild im gegensatz zu 2016

denn damals war die Schneefläche sowohl radialsymetrisch ( entlang der Längengrade von Ost nach West) als auch exzentrisch ( entlang der Breitengrade von Nord nach Süd ) ausgedehnt, was sowohl Zonale als auch Meridionale Großwetterlagen begünstigte. Beides ist heuer weniger stark ausgeprägt, was auch zu einer abgeschwächten Entwicklung beider Großwetterlagen führen dürfte. Es kann sich quasi keine markant durchsetzen.

Blicken wir abschließend auf die Kaltluftverteilung

(C) : Karsten Haustein

Wie man sieht befindet sich bspw. östlich wenig bis keine Kaltluft. Nördlich gibt es etwas Potential über Finnland und Schweden, aber diese Luftmassen müssten bei entsprechender Großwetterlage über die Nord- und Ostsee, diese sind aber beide, wie weiter oben erwähnt, sehr warm.

Die Ostsee hat einen relativ hohen Süßwassereintrag und eine relativ niedrige Verdunstungsrate. Der im Gegensatz zu anderen Meeren eher niedrige Salzgehalt ist hauptsächlich in Tiefen bis zu ca. 70m vorzufinden. Dieses Wasser ist dann tatsächlich kalt, um die darüber liegenden wärmeren Schichten – Salzwasser hat einen niedrigeren Gefrierpunkt als Süßwasser und ist deswegen kälter – abzukühlen bräuchte es eine gewaltige Durchmischung.

Es braucht also eine Durchmischung der Wassersäule. Mit Wind bspw. Das ist aber nur in sehr seichten, stehenden Gewässern möglich, nicht jedoch bei fließenden Gewässern mit entsprechend hohen Fließgeschwindigkeiten.

Wie stark also eine Wasserberfläche aufgeheizt oder abgekühlt wird, hängt also davon ab, wie viel der eingetragenen Wärme in die tieferen Wasserschichten transportiert bzw. wieviel Kälte nach oben getragen wird. Für diesen Prozess ist vor allem der Wind verantwortlich.

Da aber ein Fließgewässer -> Meer über entsprechend große Turbulenzen verfügt bleiben die Temperaturen relativ konstant, es ist bekannt daß die Oberflächentemperatur der Meere in wesentlich geringerem Umfang variiert als die Temperaturen des Festlandes.

Wenn man sich nun vor Augen führt daß die Ostsee derzeit um 2° bis fast 3° zu warm ist, und wenn man nun die spezifischen Besonderheiten der Ostsee, die ich oben angeführt habe, bedenkt, dann sollte klar sein daß ein wie auch immer gearteter Abkühlungseffekt des Festlands mithilfe von Luftmassen die über die Ostsee ziehen eher schwierig zu realisieren ist.

Kaltlufteinbrüche sind daher bis auf weiteres nur via Grönland und Island möglich, und diese werden, wie weiter oben beschrieben, weiterhin abgeschwächt.

Es ist daher von einem eher mäßig milden, recht ungemütlichen Winter auszugehen, denkbar wäre eine Abweichung von +0,5° bis +1,5° zur International gültigen Klimareferenz-Periode 1961 – 1990. Bei den Großwetterlagen dürften Gemischte und Meridionale Lagen im Vorteil sein, zu nennen wären Trog West & Mitteleuropa, Brücke Mitteleuropa, Hoch Britische Inseln, Nordwestlage zyklonal. Zonale Lagen sehe ich eher unterrepräsentiert.

Quellen der Bilder :
www.wetterzentrale.de
http://squall.sfsu.edu/crws/archive/jet_nh_arch.html
http://es-ee.tor.ec.gc.ca/e/ozone/Curr_map.htm
http://www.karstenhaustein.com/climate
http://www.climate4you.com/SnowCover.htm
www.tropicaltidbits.com

veritabler Herbststurm

Es ist schon wieder eine Zeit her, als solch ein veritabler Herbststurm übers Weinviertel pfiff.

HERWART, so wurde dieses Sturmtief getauft, hatte im Zuge seiner Ostwärtsverlagerung heftige Wind- (genau genommen und per Defintion Orkanböen) mit im Gepäck und reichten von knapp 179 km/h am oberösterreichischen Feuerkogel (1618 m) über 172 km/h am Semmering (1500 m) bis zu 150 km/h auf dem Jauerling (NÖ, 955 m).

Im östlichen und südlichen Weinviertel wurden selbst an den Flachlandstationen  orkanartige oder schwere Sturmböen registriert.

Im Folgenden die gemessenen Windspitzen an Wetterstationen in unserer Region:

Leiser Berge, 457 m          143 km/h
Hohenau, 155 m                108 km/h
Zwerndorf, 146 m              104 km/h
Gänserndorf, 167 m           101 km/h
Wolkersdorf, 175 m              90 km/h
Mistelbach, 195 m                86 km/h
Poysdorf/Ost, 202 m             79 km/h

Quelle: ZAMG

Nexing/Sulz i. Weinviertel reiht sich mit einer Spitzenböe von 82 km/h gut in den stürmischen Reigen ein. (wenn man das überhaupt so sagen darf angesichts solcher Naturgewalten). Der bisherige, in Nexing gemessene Spitzenwert der Windgeschwindigkeit von 101 km/h vom 1.3.2008 war dennoch unerreicht und in weiter Ferne.

 

nasse September-Bilanz

War noch im August die Trockenheit der letzten Monate allgegenwärtig, so stellte sich pünktlich mit dem meteorologischen Herbstbeginn die Wetterlage um. Immer wieder zogen in kürzeren Abständen Schauer- und Niederschlagsgebiete übers Land. So richtig nass wurde es allerdings im weiteren Verlauf von 17. bis zum 20. des Monats, als ein Tiefdruckgebiet vom Mittelmeer kommend für Feuchtenachschub sorgte. Allein in diesem Zeitraum prasselten 59 Liter pro m² vom Himmel – mehr als das langjährige Niederschlagssoll von 55 Liter/m² (1992-2010). Am Ende kann eine Niederschlagssumme von 90,8 Liter/m² verzeichnet werden, was einem Überschuß von 65 % gleich kommt.

Trotz zweier Sommertage (9. und 14.) und dem überdurchschnittlichen Temperaturniveau in der ersten Monatshälfte, fällt die Temperaturbilanz leicht negativ aus (-0,5 Grad). Mit Beginn der sehr nassen Wetterphase sanken die Temperaturen deutlich unter die für diese Jahreszeit üblichen Werte und erholten sich bis zum Monatsende kaum noch.

Verifikation Sommerprognose

Herr : Es ist Zeit. Der Sommer war groß - aber bei weitem nicht überall!

Auffallend war im zurückliegenden Sommer die große Diskrepanz des Wetters in Mitteleuropa. Im nördlichen Bereich fehlten stabile Sommerliche Lagen fast völlig, weiter südlich wechselten sich stabile und instabile Phasen munter ab, und je weiter man nach Süden gelangte umso wärmer und heißer wurde es, jedoch fehlte auch hier nicht eine gewisse Instabilität.

Reduziert man den Begriff "Großer Sommer" rein auf die Temperaturabweichungen dann war dieser Sommer im südlichen Mitteleuropa einer der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, v.a. gilt dies für die Schweiz und ganz besonders Österreich. Hier belegt der Sommer 2017 den 3ten Platz nach dem Spitzenreiter 2003 und dem Zweitplatzierten 2015.

Das soll jedoch nicht davon ablenken daß meine Sommerprognose nur zum Teil eingetroffen ist. Folgendes schrieb ich im Mai :


Diese starken Windanomalien reichen bis in`s Mittelmeer und werden darüber hinaus aktuell nach Norden abgelenkt und reichen bis weit in Nördliche Breiten. Dies zeigt, daß Subtropische Luftmassen bereits jetzt dazu in der Lage sind, bis weit nach Mitteleuropa vorzudringen und einen Höhenrücken ( roter Bogen ) ebendort zu stützen, außerdem sorgen diese Luftmassen bereits jetzt für Hitzewellen in Südwesteuropa.

All diese von mir beschriebenen Zutaten sollten, sofern sich die Natur ihrer bedient, dazu führen daß sich verstärkt Lagen über Europa bilden die einerseits warm-trockenen Hochdruck fördern, andererseits feucht-heiße Luftmassen ( Gewittergefahr! ) heranführen. Bei den Großwetterlagen dürften Antizyklonale Südwest/Westlagen dominieren, die Lage "Hoch Mitteleuropa" wird zumindest öfter auftreten als in den vergangenen Jahren üblich. Auch die  fragile Wetterlage "Brücke Mitteleuropa" wird sich einstellen, diese hat die Eigenheit daß sie eine "Sollbruchstelle" an ihrer Nördlichen Flanke besitzt die v.a. im Norden / Nordosten und Nordwesten für unbeständiges Wetter sorgt da hier Tiefdruckeinfluß zum tragen kommt.

Diese Aussagen lassen sich auf Gesamt - Mitteleuropa nur für den Juni bestätigen, denn die Entwicklungen waren auf lange Sicht gesehen nicht stark genug um den Höhenrücken fortzuführen. Die Dominanz Antizyklonaler Großwetterlagen ( SWa, Wa ) beschränkte sich größtenteils nur auf den Juni, im weiteren Verlauf gab es immer öfter Unterbrechungen durch Zonale ( Wz ) Großwetterlagen und starken Tiefdruckentwicklungen durch Tief Mitteleuropa, Trog Westeuropa und Tief Britische Inseln. 

Zwar gehören diese Unterbrechungen zu einem Mitteleuropäischen Sommer dazu, jedoch fielen sie in vielen Regionen v.a. im Norden sehr persistent aus und sorgten dort für relativ wenig Sommertage, teils weit unter dem Durchschnitt.

Ein Blick auf die Druckabweichungen zeigt ein klares Bild :


 Die Frontalzone recht zonal orientiert und nach Norden verschoben während der Südliche / Südwestliche / Südöstliche Bereich von Mitteleuropa gar nicht oder nur abschnittsweise von den Auswirkungen tangiert wurde. Im Mittelmeerraum übrigens auffallend viele Hitzewellen.


Herbst 2017

Erst Zyklonal, dann Meridional?

Der zurückliegende Sommer war letzlich doch recht zyklonal geprägt, wenngleich die Frontalzone  sehr weit nördlich orientiert war - in einer kurzen Verifikation werde ich in ein paar Tagen darauf eingehen.

Oft kommt es dann zum Ende des Sommers hin zu einer Beruhigung der Wetterlage, der September 2016 ist dafür ein gutes Beispiel, als nach einem sehr wechselhaften und teils nassen Sommer sehr stabile warm-bis heiße Spätsommerwochen folgten.

So dürfte es dieses Jahr nicht laufen.

Werfen wir einen Blick auf die zurückliegenden Wochen bzw. die dabei aufgetretenen Druckabweichungen



























Der hohe Luftdruck hat sich aus dem südlichen Mitteleuropa nach Osten orientiert während der starke Tiefdruckeinfluß langsam aber sicher von Skandinavien nach Westen zu den Britischen Inseln abzog. Dieser Tiefdruck wird wahrscheinlich durch Hochdruckentwicklung über der Barentssee nach Süden "gedrückt" und für eine durchgreifende Zyklonalisierung der Zirkulation sorgen. Diese Entwicklung wird durch ein starkes Aleutentief gestützt - ein starkes Aleutentief korrespondiert mit starker Tiefdruckentwicklung bei Island, dazu folgender Plot

















Ermöglich wird dies weil das Aleutentief durch den Polarfrontjetstream ( orange eingezeichnet ) die Tiefdruckentwicklung bei Island stützt / fördert. Untersucht wurde das u.a. vom Meteorologischen Institut der Uni Berlin in folgender Studie

http://www.geo.fu-berlin.de/met/bibliothek/Abschlussarbeiten-_Bachelor_Master_/Landrock_-Franz/index.html

Wir finden also einerseits Hochdruck im Arktischen Raum, Tiefdruck im Nordatlantik und wiederum Hochdruck bei den Azoren - fertig sind die perfekten Voraussetzungen für eine Zyklonale Zirkulation. Schaut man sich die Abweichungen der Wassertemperaturen an so ist diese Entwicklung nur logisch




















denn es zeigen sich die entsprechenden Temperaturen : Warmes Wasser in der Barentssee, warmes Wasser bei den Azoren, kühleres Wasser südlich von Grönland / Island, passend dazu die Abweichungen der Lufttemperatur







denn wir finden recht hohe Temperatur abweichungen über der Barentssee - wenig Gegensätze, also Hochdruck-förderlich, hohe Temperaturen bei den Azoren - wiederum Hochdruck-förderlich, und eher kühle bis ausgeglichene Temperaturen über Grönland und südlich von Island, was den Tiefdruck, wenn auch erstnal nur mäßig, stützt.

Das dürfte sich in folgenden Druckabweichungen wiederspiegeln

die zunächst folgende Großwetterlagen favorisieren, nämlich Westlage zyklonal, Nordwestlage zyklonal und später der Übergang zu Troglagen wie Trog Mitteleuropa. Wie schon im zurückliegenden Sommer kann es kurzzeitig zu Brückenschlüssen zwischen dem Hochdruck über den Azoren und dem Hochdruck über Russland kommen. Auf weite Sicht gesehen aber dürfte der Wettercharakter sich größtenteils kühl bis mäßig warm und wechselhaft präsentieren, d.h. daß die aus dem Sommer bekannte Beständigkeit der Unbeständigkeit erhalten bleibt.

Im weiteren Verlauf des Herbst ( mitte / Ende Oktober ) könnten sich die Verhältnisse dahingehend "normalisieren" daß sich die Zirkulation in Großwetterlagen äußert die gemeinhin für den sogenannten "Altweibersommer" stehen, also Süd & Südwestlagen. Zu nennen wäre hier bspw. die Antizyklonale Südwestlage oder das Hoch Mitteleuropa, bei letzterer ist für niedrigere Lagen aber die Nebelgefahr recht groß. Dazu wäre aber u.a der Abbau des hohen Geopotential über der Barentssee nötig der dann ein kippen der Achslage auf Süd/Südwestliche Strömung ermöglicht.Diese Konstellation ist aber von den Möglichkeiten eher im unteren Bereich anzusiedeln, viel wahrscheinlicher ist, daß sich aufgrund der sehr aktiven Hurrikan-Saison im Atlantik starke Tiefdruckgebiete quasi die "Türklinke in die Hand" geben, sich also stetig abwechseln. Auch hier die logische Konsequenz : Dominanz von Westlichen / Nordwestlichen Großwetterlagen ( Westlage zyklonal, Nordwestlage zyklonal )und Trogtendenzen mit den entsprechenden, oben angeführten Auswirkungen.

Zu rechnen ist mit einer ausgeglichenen bis moderat positiven Abweichung von 0,5° bis 1,5° zur Referenzperiode 1961-1990.