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Zwei Drittel der heurigen Sommersaison liegen per meteorologischer Definition hinter uns und mit Stand 31.7. scheinen bereits 19 sogenannte „heiße Tage“, also Tage mit einem Temperaturmaximum von mindestens 30 Grad in der Statistik für Nexing auf.  Im langjährigen Mittel (für den Standort Nexing auf 1992-2010 bezogen) ist mit 16,8 solcher Tage zu rechnen.

Die bisher meisten „heiße Tage“ brachte bislang das Jahr 2003 (39) gefolgt von 2015 mit 38 Tagen, an denen die Lufttemperatur über 30 Grad angestiegen ist.

Nexing ist nicht unbedingt ein „Hotspot“, was die maximalen Temperaturen betrifft, doch liegen die Beobachtungen auch an diesem Messpunkt voll und ganz im Trend der Sommer-Zwischenbilanz der ZAMG.

admin

16. Juli 2017

Auch Wetterstationen kommen in die Jahre

Seit 2003 hat unsere Wetterstation nun ihren Dienst rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr bei Wind und Wetter stets zuverlässig ihren Dienst versehen.

Nun – nach 14 Jahren – hat sich die Hauptplatine, quasi das Herz der Datenübertragung, ohne jeglicher Art von Vorankündigung verabschiedet und das sprichwörtlich „Zeitliche gesegnet“. Eine bemerkenswert lange Einsatzdauer, umso ärgerlicher der aprupte Ausfall, da keinerlei Vorbereitungen für diesen Fall getroffen werden konnten.

Freilich, die neueste Generation an Wetterstationen bringt eine Menge an Verbesserungen in der Übertragungstechnik oder der Auflösung der Niederschlagswerte mit. Dennoch muss zuächst die Ausschreibung für die Neuinstallation erfolgen sowie der Aufbau vonstattengehen.

Bis dahin ist etwas Geduld gefragt.

keine Unterbrechung der Wetterdatenaufzeichnung und Klimareihe

Die Wetterdatenaufzeichnung und somit auch die Klimareihe aus Nexing werden durch dieses Ereignis nicht unterbrochen. Aufmerksame Leser und Nutzer wissen, dass an unserer Station die Ablesungen und Wetterbeobachtung zusätzlich manuell zur Qualitätssicherung erfolgt. Lücken im Datenbestand durch solch einen aprupten Ausfall der elektronischen Messdatenerfassung können dadurch verhindert werden.

Dies verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig der Faktor Mensch an Beobachtungsstationen ist – auch in Zukunft.

 

 

 

10.7.2017 Wetterphänomen Tornado

Die Zutaten für extreme Wettererscheinungen mit Unwetterpotenzial am 10.7.2017 waren angerichtet.

Instabile,  feuchte Luftmassen mit einem Energiegehalt bis zu 3000 Joule und eine moderate Änderung der Windrichtung und –stärke  mit zunehmender Höhe (Windscherung) liefern die Rahmenbedingungen für die Bildung superzellenartiger Gewitter.

Unter anderem wurden die südwestlich und östlich gelegenen Bezirke Wiens, sowie das Marchfeld von Starkregen und Hagelschlag getroffen. Hagelkörner mit einer Größe bis zu 5 cm wurden beobachtet.

Doch da ging noch mehr – aus dieser Superzelle entwickelte sich mit zunehmender Rotation ein Tornado (auch Großtrombe genannt) der Stärke F1 mit Bodenkontakt im Raum Schwechat.

Ein paar beeindruckende Bilder und ein Video, welches nur staunen lässt.

Ein seltenes, doch nicht so ungewöhnliches Wetterphänomen, wie man meinen möchte. In Österreich werden durchschnittlich 10 Tornados pro Jahr gesichtet. Freilich, östlich der Brünnerstrasse bekommt man dennoch solch ein Wetterphänomen so gut wie gar nicht zu Gesicht.

 

Sommer 2017

Herr : Es ist Zeit. Der Sommer wird groß.

In Abwandlung von Rainer Maria Rilke`s Gedicht "Herbsttag" soll es heute darum gehen daß Mitteleuropa evtl. ein über weite Strecken stabiler und sehr warmer Sommer bevorsteht. Aber zunächst mal werfen wir einen Blick auf das vergangene Frühjahr zurück.

Dieses zeichnete sich durch eine bisher selten dagewesene Konzentration von Nordwestlichen Lagen aus. Besonders die Großwetterlage "Nordwestlage antizyklonal" war sehr häufig vertreten, diese sorgte v.a. im März dafür daß dieser als bisher wärmster März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen verzeichnet wurde.

Gut ersichtlich ist dies auf dem Plot des bisherigen Frühjahrs :






















(C) NOAA

Ebenso gut zu erkennen ist eine starke Konzentrierung tiefen Geopotentials über Zentral-Skandinavien und Nordost-Russland. Diese Konstellation sorgte in der zweiten April-Dekade für einen sehr starken Kaltlufteinbruch aus Nord / Nordost der in weiten Teilen Mitteleuropas zu großen Schäden im Obst & Weinbau führte. Zwar sind derartige Spätfröste im fortgeschrittenen Frühjahr nichts besonderes, sie sind im Langjährigen Klimamittel sogar als kleine Delle nach unten zu erkennen. Jedoch waren Länge und Ausprägung dieses Kälteeinbruchs ungewöhnlich stark und daher nicht vorherzusehen. Und es ist festzustellen daß die obigen Druckabweichungen wenig mit den von mir prognostizierten Abweichungen gemein haben :

(C) NOAA

Einzig die Hochdruckbildung im Bereich Iberische Halbinsel / Biskaya / Westliches Mittelmeer hatte ich richtig vermutet. Schade, aber nicht zu ändern. 

Zurück zum kommenden Sommer. Auffallend war in der vergangenen Zeit eine völlige Neuordnung der Druckverhältnisse : 

 (C) NOAA

 Es hat sich eine mächtige negative Druckanomalie im Bereich Neufundland - Azoren - Irland - Island aufgebaut. Dies hat zu einem deutlich nach Westen verschobenen Azorenhoch geführt

(C) Wetterzentrale

 Ursache dafür zeichnet wohl einerseits recht kaltes Wasser im Bereich westlich der Azoren


(C) Tropicaltidbits

im Zusammenspiel mit dort eingeflossener kälterer Luft. Merke : Geringe Gegensätz wie in diesem Falle führen zu Hochdruckbildung, allerdings dann eben nicht im Bereich direkt über den Azoren, sondern westlich davon. Ein starkes Azorenhoch an seinem angestammten Platz ist kein Schönwetter-Garant im Sommer, denn ein solches führt dazu daß Westlich / Nordwestliche Tiefausläufer auf Mitteleuropa übergreifen können.

Hier der Plot der Luft - Temperatur - Abweichungen, schwarz eingekreist der Bereich westlich der Azoren : 

 (C) NOAA

Auffallend war bzw ist weiterhin, daß das Geopotential im Subtropischen Atlantik erhöht ist

(C) NOAA 


Rot eingekreist das erhöhte Geopotential im Subtropischen Atlantik, schwarz eingekreist das tiefe Geopotential im Mittleren / Nördlichen Alantik. Beide Druckgebilde stehen hier für den sog. "East-Atlantic-Pattern", einen Index der der "Nord-Atlantischen-Oszillation" ähnlich ist, wobei sich das Aktionszentrum des "East-Atlantic-Pattern" weit südlicher abspielt als das der "Nord-Atlantischen-Oszillation. Gegenwärtig befindet sich der "East-Atlantic-Pattern" in einer positiven Phase.

In einer solchen positiven Phase fällt auf daß der Subtropenjet, der sich südlich von Neufundland befindet, stärker als normal ausgeprägt ist bzw. die Windgeschwindigkeiten deutlich erhöht sind.

 


(C) NOAA

Diese starken Windanomalien reichen bis in`s Mittelmeer und werden darüber hinaus aktuell nach Norden abgelenkt und reichen bis weit in Nördliche Breiten. Dies zeigt, daß Subtropische Luftmassen bereits jetzt dazu in der Lage sind, bis weit nach Mitteleuropa vorzudringen und einen Höhenrücken ( roter Bogen ) ebendort zu stützen, außerdem sorgen diese Luftmassen bereits jetzt für Hitzewellen in Südwesteuropa.

Eine zusätzliche Verstärkung dieses Effekts dürfte der Westafrikanische Monsun verursachen. Wie das? Der westafrikanische Monsun bringt der Sahlezone im Sommer Regen. Die Niederschläge in Westafrika werden durch die Lage der Innertropischen Konvergenzzone (ITCZ) beeinflusst. Sie verschiebt sich halbjährlich und sorgt insbesondere in den Monaten Mai bis Juli für höhere Niederschlagsmengen in Westafrika.

Nun ist aber ebendiese Innertropische Konvergenzzone nach Norden verschoben wie folgende Grafik zeigt : 
(C) NOAA
Wie man sieht ist die ITCZ im Westen bereits nach Norden verschoben. Es wird vermutet, daß ein derartiges verschieben der ITCZ im direkten Zusammenhang mit den Wassertemperaturen im zentralen / westlichen Mittelmeer zusammenhängt. Wird das Mittelmeer wärmer, steigt in der Luft darüber die Feuchtigkeit. Diese feuchten Luftmassen strömen über Ägypten Richtung Sahelzone und regnen dort ab. Das wiederum wirkt wie eine Art Motor für den Monsun: Die zusätzliche Feuchtigkeit in der Sahelzone verstärkt die Konvektionsströmungen über der Sahelzone. Es steigt mehr Luft auf, was wiederum den Zustrom feuchter Luft aus dem tropischen Atlantik intensiviert. ( Siehe hierzu : http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-20348-2016-07-04.html ) 

Und wenn sich der Monsun aufgrund dieser Auswirkungen nach Norden verschiebt dann werden die heißen Luftmassen ebenso nach Norden verschoben :

































(C) Scinexx

Und hier schließt sich nun der Kreis, denn wenn sich heiße Subtropische Luft, ausgehend von der ITCZ, auf den Weg Ri. Norden in`s Westliche / Zentrale Mittelmeer macht dann trifft diese Luft dort auf den Subtropenjet, welcher diese Luft dann weitertransportiert wie oben beschrieben.

All diese von mir beschriebenen Zutaten sollten, sofern sich die Natur ihrer bedient, dazu führen daß sich verstärkt Lagen über Europa bilden die einerseits warm-trockenen Hochdruck fördern, andererseits feucht-heiße Luftmassen ( Gewittergefahr! ) heranführen. Bei den Großwetterlagen dürften Antizyklonale Südwest/Westlagen dominieren, die Lage "Hoch Mitteleuropa" wird zumindest öfter auftreten als in den vergangenen Jahren üblich. Auch die  fragile Wetterlage "Brücke Mitteleuropa" wird sich einstellen, diese hat die Eigenheit daß sie eine "Sollbruchstelle" an ihrer Nördlichen Flanke besitzt die v.a. im Norden / Nordosten und Nordwesten für unbeständiges Wetter sorgt da hier Tiefdruckeinfluß zum tragen kommt.

Wie immer sei erwähnt daß es im Mitteleuropäischen Sommer normal ist daß es Unterbrechungen gibt die sich landesweit in regnerisch-kühlen Wetter äußern können, verursacht durch Zyklonale West/Nordwest- und auch Trog/Tiefdrucklagen wie Trog Mitteleuropa / Tief Mitteleuropa. Das gehört aber dazu, man sollte es nicht extra schreiben müssen aber die Stecknadel-im-Heuhaufen-Sucher sind eben überall. Diese Unterbrechungen dürften von nicht allzu langer Dauer sein, können aber Unwetterartig ausfallen.

Es ist daher damit zu rechnen daß der Sommer über weite Strecken deutlich zu warm und leicht zu sonnig ausfällt. Die Temperatur-Abweichung dürfte sich, orientierend an der International gültigen Referenzperiode 1961 - 1990 im Bereich +1,5° bis +2,5° bewegen.
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Landesrat Pernkopf zeichnet 37 langjährige Messstellenbeobachter aus

Umwelt-Landesrat Stephan Pernkopf ehrte 37 langjährige Messstellenbeobachter und dankte ihnen für ihre unverzichtbare Tätigkeit. „In Niederösterreich sind 540 Privatpersonen für den Hydrographischen Dienst an insgesamt 930 Messstellen tätig, viele von ihnen seit Jahrzehnten. Auch modernste Technik kann diese verantwortungsbewussten Beobachter nicht ersetzen. Auf ihre Beobachtungen baut das Hochwasser-Vorwarnsystem“, betonte Pernkopf bei der Urkundenverleihung…

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