Wintereinbruch oder sonniges Herbstwetter?

Wie immer am Freitag: die Wochenvorschau. Bringt die kommende Woche eine markante Entscheidung in der Großwetterlage oder geht es herbstlich gemischt weiter?

Bevor wir uns die nächste Woche ansehen, noch schnell ein Blick zurück: Die letzte Wochenvorschau hat über weite Strecken gut gepasst, mit stürmischem Wind am Montag, einem milden Dienstag und polarer Kaltluft zur Mitte der Woche. Die deutliche Erwärmung zum Wochenende hin (zu diesem Wochenende) erleben wir aber – leider – nicht. Denn wie befürchtet ist der ehemalige Hurrikan Lorenzo sehr unberechenbar und lag in den Vorhersagen jeden Tag ein wenig anders.

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Morgen Samstag (5.10.) ziehen die Reste von Lorzenzo jeden Fall über Mitteleuropa und bringen uns in Österreich nasskaltes Wetter. Der Sonntag sieht dann eine Spur freundlicher aus, allerdings für Anfang Oktober auch ein paar Grad zu kühl.

Aber jetzt der Blick in die mögliche Wetterentwicklung in der kommenden Woche.

Nachwehen von Ex-Hurrikan Lorenzo zu Wochenbeginn

Am Montag ist von Lorenzo zwar in den Wetterkarten nichts mehr zu sehen. Aber er hinterlässt uns eine kalte Nordströmung, siehe Bild 1. Das bedeutet zum Beispiel: Höchsttemperaturen selbst in den Landeshauptstädten nur um die 10 Grad und im Bergland möglicherweise auch ein paar Schneeflocken, bei einer Schneefallgrenze um die 1000 Meter – als relativ weit herunten.

Bild 1: Am Montag strömt polare Kaltluft in den Großteil von Österreich. Credit: windy.com

Dienstag: der Wind dreht

Am Dienstag ändert sich die Großwetterlage deutlich. Die großräumige Luftströmung dreht auf West, siehe Bild 2. Das bedeutet zwei Dinge: Erstens: Es wird spürbar milder. Denn die Luft kommt aus den immer noch relativ warmen Regionen des Atlantiks. Vor der Westküste Frankreichs zum Beispiel hat das Meer derzeit um die 18 Grad. Zweitens: Eine Westströmung bedeutet aber auch recht wechselhaftes Wetter. Weil dann in schneller Folge abwechselnd feuchtere und mildere Luftmassen zu uns nach Österreich ziehen. Bei diesen West-Wetterlagen ist eine Prognosen so weit in die Zukunft sinnlos, weil sich da in den nächsten Tagen erfahrungsgemäß die Details immer wieder ändern.

Bild 2: Alles anders ab Dienstag: Westwind bringt milde und wechselhafte Tage. Credit: windy.com

Am Wochenende wärmer?

Und wo bleibt der Altweibersommer, also eine stabile, sonnige und milder Wetterlage? Um ehrlich zu sein: Konkrete Anzeichen dafür gibt es keine. Aber: Einige Vorhersagemodelle deuten für das Wochenende immerhin vorsichtig eine Südwestströmung und ein zartes Hochdruckgebiet an, siehe Bild 3. Da wären dann Samstag, Sonntag sogar an die 20 Grad möglich. Das ist allerdings noch mehr Wunschdenken als Prognose – es gibt auch Modell die zeigen für das Wochenende nur 10 °C und weniger….

Bild 3: Für das Wochenende zeigen einige Modelle sehr mildes Südwestwetter. Credit: windy.com

30 Grad im Oktober in Österreich?

Möglich ist in einem Oktober auf jeden Fall viel. In der Rekordliste der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) findet man sogar Hitzetage im Oktober:

Der Österreich-Rekord für einen Oktober-Tag liegt bei 30,2 °C, gemessen am 4. Oktober 1966 in Fussach. Und das ist gleichzeitig auch der Vorarlberg-Rekord.

Ebenfalls einen Oktober-30er hat das andere Ende Österreichs zu bieten: Der Burgenland-Rekord liegt bei 30,1 °C, gemessen am 1. Oktober 1956 in Eisenstadt.

Von so hochsommerlichen Temperaturen sind wir nächste Woche aber ganz sicher weit entfernt. Es bleibt beim Hin und Her von kühleren und milderen Tagen.

In einer kurzen Zusammenfassung klingt die Wochenvorschau so: Am Montag kalt, ab Dienstag wahrscheinlich etwas mildere Tage mit einem Wechsel aus Sonne, Wolken zeitweise auch Regen. Richtung Wochenende dann Chancen auf deutlich wärmeres Wetter – aber mit einem sehr großen Fragezeichen. Stabile, sonniges Herbstwetter ist vorerst nicht in Sicht.

Genießen wir daher einfach, was kommt. Zum Beispiel das bevorstehende Wochenende. Vielen Dank für Deine Zeit mit der Wetterzeit, bis zum nächsten Mal!

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Über Thomas Wostal

Thomas Wostal ist studierter Meteorologe mit langjähriger Erfahrung. Bekannt ist er vielen nicht zuletzt durch seine frühere Arbeit in der Radio-Wetterredaktion im ORF – von Hitradio Ö3 über Radio Wien bis Ö1. Thomas Wostal greift aktuelle Themen rund um Wetter und Klima - verständlich aufbereitet und fachlich fundiert - auf. Wissen macht Spaß!